Seehausen l Gerade während der Rübenkampagne, wenn im Herbst Tausende Lkw mit dem „Gold der Börde“ durch Seehausen in Richtung Zuckerfabrik Klein Wanzleben donnern, raubt der mitunter herrschende Lärm den Anwohnern der Ortsdurchfahrt den Schlaf. Wenn die Sattelschlepper über die Gullydeckel fahren, scheppert es nachts besonders laut. Die Anwohner stehen im Bett. Sie fordern den Austausch der Gullydeckel.

Ortsbürgermeister erfreut

Mit dem Lärm scheint es jetzt in einem Teilbereich der Ortsdurchfahrt vorbei zu sein. In der Ringstraße hat der Trink- und Abwasserverband Börde Oschersleben (TAV) die alten Gullydeckel gegen neue austauschen lassen. „Wenn die Lkw jetzt über die Gullydeckel fahren, ist es ein Unterscheid wie Tag und Nacht“, freut sich Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch (Freie Wähler) über den Erfolg der Austauschaktion. Er stand immer an der Seite der Anwohner, die einen Wechsel der klappernden Deckel forderten. In der Ringstraße hat der TAV Börde nunmehr von einer Firma zwölf Gullydeckel austauschen lassen. Verteilt über die gesamte Seehäuser Ortsdurchfahrt im Zuge der Bundesstraße 246a müssen nach Einschätzung von Jockisch etwa 50 Deckel ausgetauscht werden.

Die Ursache für die klappernden Gullydeckel sieht Eckhard Jockisch in der Vergangenheit. Beim Ausbau der Bundesstraße 246a seien Fehler passiert. Die Kanäle seien nicht in der Mitte der Straße verlegt worden sondern mehr zu den Seitenrändern hin. So dass dort auch die Gullydeckel liegen würden, die dann mehr von den schweren Sattelzügen überfahren würden.

Weitere Deckel sollen folgen

„Es handelt sich dabei um einen Niederschlagswasserkanal, den wir von der Stadt Wanzleben-Börde übernommen haben“, verdeutlicht Vinny Zielske, Geschäftsführerin des Trink- und Abwasserverbandes Börde Oschersleben. Der Verband habe nach einem Hersteller von Kanaldeckeln gesucht, mit dessem Produkt es gelingen werde, die Lärmbelästigung beim Überfahren zu vermindern.

Das sei jetzt nach einigen Versuchen gelungen, so dass der TAV in der Seehäuser Ortsdurchfahrt zwölf Gullydeckel erneuern konnte. Die Kosten von etwa 12.000 Euro müsse der TAV selbst tragen, sagte Vinny Zielske. Die Firma, die die Deckel damals im Zuge der Straßensanierung einbaute, könne nicht mehr belangt werden, da die Gewährleistungsfrist abgelaufen sei.

„Ein Anfang ist gemacht, wir freuen uns, dass der TAV doch noch etwas unternommen hat“, sagt Jörg Weisel, einer der von scheppernden Kanaldeckeln geplagten Anwohner der Ringstraße. Ob der Austausch und der Einbau der neuen Abdeckungen in der Straße wirklich zu einer Minderung des Lärms führe, werde erst die Rübenkampagne im Herbst zeigen. Dann rollen wieder Tausende Rübenlaster durch Seehausen.