Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestags des Mauerbaus

Haseloff hebt Bedeutung des Denkmals hervor

Von Ronny Schoof

Auf dem Gelände des Grenzdenkmals in Hötensleben hatten sich am Sonnabend hochrangige Vertreter der Landespolitik und mehrere Dutzend Besucher zum Opfergedenken anlässlich des 50. Jahrestags des Mauerbaus eingefunden. Im Anschluss fand eine Andacht am Kreuz von Ordensschwester Sigrada Witte statt, die hier 1951 vermutlich erschossen wurde.

Hötensleben. " ... und wenn sie nicht geschossen haben, liefen sie Gefahr, selbst bestraft zu werden ..." - mit diesen Worten erklärte ein Mann seinem Enkel das fiese System, welches das DDR-Volk unter Kontrolle halten sollte. Unweit davon hielt ein Zeitzeuge sein Schild umklammert. Darauf war zu lesen: "Ex-wehrpflichtiger Grenzer 1963-64 Sorge-Harz - Befehl: ¿Jeder Grenzdurchbruch ist zu verhindern, von der Waffe ist rücksichtslos Gebrauch zu machen.\' Habe, hätte nie geschossen". Zwei kleine Episoden dieses Gedenktages, die auf den Punkt bringen, was die Redner folgend auch anmahnten.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh eröffnete die Gedenkstunde und ging dabei auf die Bedeutung des Grenzdenkmals ein: "Hötensleben erinnert in besonderer Weise an das Grenzregime, das für Unfreiheit und Diktatur steht. Es sollte noch viel mehr von dieser jüngeren Zeitgeschichte erklärt, berichtet oder unterrichtet werden, als Mahnung zur Verteidigung der Freiheit."

Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff verdeutlichte: "Ich weiß, dass es nach der Wende auch politisch nicht einfach war, dieses inzwischen einmalige Stück deutscher Geschichte zu halten. Doch ich glaube, es muss vorzeigbar bleiben." Haseloff dankte ausdrücklich dem Hötensleber Achim Walther, Vorsitzender des Grenzdenkmalvereins, für seinen damaligen Einsatz: "Wir sind dankbar für das Denkmal." Dank richtete der Ministerpräsident zudem an die Opferverbände, "die das Erinnern, das Wachhalten aufrecht erhalten, denn", so Haseloff weiter, "diese Grenze bedeutete viel Leid, und sie zog sich auch durch jede Biographie - alle waren betroffen."