Wanzleben l Dass der 24. Dezember ein Festtag durch und durch für sie werden wird, da ist sich Marieke Zimmerhöcker aus Wanzleben schon seit Tagen, Wochen und Monaten sicher. Denn ein Festtag ist der 24. Dezember für sie in jedem Jahr: Sie feiert nicht nur wie andere den Heiligen Abend, der an die Geburt Jesu Christi erinnert, sondern auch ihren eigenen Geburtstag. 15 Kerzen sind an diesem Tag auf dem Geburtstagskuchen aufgereiht.

„Es ist schon etwas Besonderes, wenn man morgens aufwacht und weiß, man hat nicht nur Geburtstag, sondern es ist auch noch Weihnachten“, sagt sie lächelnd. Auch mit dem Hintergedanken im Kopf, nur einen Tag im Jahr zu haben, an dem sie Geschenke bekommt, findet sie es gut, ein Weihnachtsgeburtstagskind zu sein. „Jeder kann sich meinen Geburtstag merken, aber manche gucken auch erstmal komisch, wenn ich sage, dass ich am 24. Dezember Geburtstag habe“, schmunzelt sie.

Niemals Nachteile

Auch ihre Mutter Beatrix Zimmerhöcker bestätigt, dass die 15-Jährige nie Nachteile hatte, weil der Geburtstag und der Heilige Abend auf den gleichen Tag fallen. „Wir haben uns von Anfang an gesagt, das wird nicht untergehen“, erklärt Beatrix Zimmerhöcker. So ist es auch zum Ritual geworden, dass es bereits zum ausgedehnten Frühstück ein kleines Familientreffen gibt und auch die Patentante zu Gast ist. „Das Treffen ist eine schöne Tradition“, freuen sich Mutter und Tochter gleichermaßen. Und so gibt es auch zwei Mal Geschenke – morgens zum Geburtstag und abends zum Weihnachtsfest.

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Nur in diesem Jahr muss das coronabedingt zurückgefahren werden. Kompromisse mussten gefunden werden: So wird nur im engsten Kreis gefrühstückt und auch die Großeltern kommen erst am Nachmittag. Ein Wunsch klingt bei all den organisatorischen Kompromissen mit: Wichtig ist, dass alle gesund bleiben! „Und man kann ja auch später gratulieren, das ging ja auch anderen so in diesem Jahr“, wirft das Geburtstagskind ein.

Die Mama versichert trotzdem, das Marieke am Vormittag im Mittelpunkt stehen wird und weiß, dass ihre Tochter in all den Jahren noch nie traurig über die Festdopplung war.

„Man genießt den Tag von morgens bis abends und ein Warten, dass endlich Heiligabend ist, gibt es bei uns nicht“, fügt Beatrix Zimmerhöcker hinzu. Nach einer „Geburtstags-Weihnachts-Pause zur Mittagszeit geht es dann über in den Weihnachtsmodus. Und dann unterscheiden sich die Zimmerhöckers nicht mehr von anderen.

„Ich weiß, dass ich am 23. Dezember abends alles fertig haben muss“, unterstreicht Beatrix Zimmerhöcker. Für Resteeinkäufe fürs Fest oder zum Baumschmücken bleibt am Heiligabend keine Zeit mehr.

Der Baum war übrigens auch bereits geschmückt, als Marieke im Jahr 2005 das Licht der Welt erblickte. Eigentlich war der errechnete Termin bereits der 14. Dezember. Aber das kleine Mädchen „putzte“ sich noch zehn Tage in Mamas Bauch, verpasste auch des Opas Geburtstag am 18. Dezember und hatte dann als Geburtszeit 24. Dezember, 9.40 Uhr auf dem Schildchen am ersten Bettchen zu stehen. „Ich hatte gar kein Zeitgefühl, so ist mir das besondere Geburtsdatum erst Tage später bewusst geworden“, erinnert sich die Mutter an die ersten Tage und fügt hinzu: „So hatten wir eben unser eigenes Krippenspiel“. Auch daran, dass die Familie mit Schwesterchen Lena, damals fünf Jahre alt, am Nachmittag zu Besuch in die Klinik kam, und dann zur Bescherung nach Hause gefahren ist.

Party immer im Sommer

Einen Kompromiss hat Marieke auch längst für die Kindergeburtstage oder Party mit Freunden gefunden. „Die wird auf Frühjahr oder Sommer verschoben“, erklärt sie. So wäre das mit den zwei „Geschenke-Tagen“ im Jahr auch geklärt.

Lediglich in den besonderen Geburtstage, wie beispielsweise den 18., sieht Beatrix Zimmerhöcker noch eine Herausforderung. Ein Ausflug zu einer besonderen Attraktion direkt am Geburtstag – so wie es am 18. Geburtstag der Schwester war – ist beispielsweise nahezu unmöglich, weil viele gerade an Heiligabend verkürzte Öffnungszeiten oder ganz und gar geschlossen haben.

Aber sicher finden sich auch dafür Lösungen, wenn es soweit ist. „Lasst euch etwas einfallen, ich gucke dann zu“, scherzt Marieke.