Bergen/Dreileben l Als Volker Limburg aus Dreileben vor eineinhalb Jahren begann, an einer Chronik über die Kommende Bergen im Internet zu recherchieren, staunte er nicht schlecht. Gibt es doch tatsächlich im Staatsarchiv Luzern (Schweiz) eine Urkunde, in der diese kleine Ansiedlung in der Börde genannt wird.

Als sich der Buchautor Volker Limburg, der bereits über Heimatgeschichtliches von Ummendorf, Hötensleben, Druxberge, Drackenstedt und Groß Rodensleben geschrieben hat, im Internet weiter auf den Weg machte und intensiv suchte, übertraf das Gefundene alle seine Erwartungen. Was er fand, kann der interessierte Leser jetzt in zwei Bänden auf 730 Seiten nachlesen. Und das alles über die ehemalige Deutschritterordens-Kommende und das kleine Dorf Bergen, in dem früher wohl nie mehr als 100 Menschen zu Hause waren und heute 86 Menschen leben.

Viele Veröffentlichungen gab es bereits

„Dass ich mich diesmal mit Bergen befasst habe, hat auch einen Hintergrund“, gesteht der Autor, „ich möchte damit die Anstrengungen würdigen, die Elisabeth und Walter Kremer unternommen haben, um die Kommende mit ihrer historischen Bausubstanz zu erhalten und zu sanieren. Als sie den Komplex 1995 kauften, hatten sie viel Mut bewiesen und waren bis heute mit großem Einsatz erfolgreich.“

Bilder

Bei seinen Recherchen stellte Limburg fest, dass sich schon viele mit der Kommende befasst hatten. Unter anderen der Historiker Dr. Ernst Herbst aus Atzendorf, Dr. Karlheinz Klimt, der als Flüchtlingskind 1945 nach Bergen gekommen war, oder Angelika Prothmann, die 1949 eine Dissertation zu Bergen geschrieben hatte. Auch Dokumente der Klein Wanzlebener Saatzucht AG (KWS), die Magdeburger Geschichtsblätter oder Kirchenbücher, um nur einiges zu nennen, nutzte Limburg. Dabei halfen ihm seine Kenntnisse der Kurrent- oder Sütterlinschrift. Was er in den zwei Bänden an Informationen verarbeitete, ist überwältigend.

Schon die über 70 Seiten veröffentlichte Prothmann-Dissertation liest sich voller Spannung: „Die Deutschordenskommende Bergen … ist eine verhältnismäßig späte Gründung innerhalb der Deutschordensballei Sachsen. Das Jahr ihrer Gründung ist urkundlich nicht genannt. Ihre Anfänge dürften jedoch in das Jahr 1272 fallen, in dem der Deutsche Orden das Dorf Bergen erwarb.“

Zahlreiche Fotos bilden Geschichte ab

Oder an anderer Stelle: „Der Ordenshof hatte ganz und gar den Charakter einer von Mauern und Graben umgebenen Burg. Der Zugang zu ihm war nur über eine Brücke möglich … Zu den ältesten Gebäuden des Ordenshofes gehörte das Pforthaus, das am Eingang zum Hofe lag. Daran schlossen sich die Schreiberei und der Reisige Stall mit der Rüstkammer an.“

In den beiden Bänden bilden zahlreiche Fotos einen Teil der Geschichte ab, zeigen mit Bergen verbundene Persönlichkeiten wie Rabbethge, Giesecke und von Klewitz sowie Schriftdokumente und die Bergener Schulchronik. Selbst aus Kanada schickte Eva-Marie Giesecke Fotos von sich und der Familie von Klewitz. Interessant auch ein großer Teil, der sich mit der Landwirtschaft befasst.

Nach der Vorstellung können die beiden Bände in Bergen erworben werden. Sie kosten zusammen 33 Euro. Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, hat die Möglichkeit, die Bücher über die Telefonnummer 0152/33881014 zu bestellen.