Wanzleben l Die Willkommenskultur soll einen festen Platz in der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde finden. Deshalb hat sich die Wanzlebener Interkulturelle Runde (WIR) gegründet. „Es soll eine Runde für alle Einwohner sein, nicht nur für ausländische Mitbürger“, sagt Hans-Ekkehard Stieglitz. Er ist Koordinator für Flüchtlingshilfe der Netzwerkstelle für engagiertes Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe im Landkreis Börde und obendrein Koordinator für Flüchtlingshilfe im Kirchenkreis Egeln.

Stieglitz hat Erfahrungen im Etablieren der Willkommenskultur und hat ähnliche Runden bereits im Landkreis Börde mit aufgebaut und betreut sie. In der Wanzlebener Interkulturellen Runde sind neben der evangelischen Kirche und den Integrationslotsen des Landkreises Börde unter anderem Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos), der Wanzleber Martin Schindler (SPD), der DRK-Kreisverband, die Sportjugend Börde, die Stadt- und Kreisbibliothek, das Akademiehaus Wanzleben sowie Bildungsträger aktiv.

Integratives Sport-Projekt

Wie Ralf Sacher, Geschäftsführer der Sportjugend Börde, berichtet, gebe es bereits ein erstes Projekt auf dem Gebiet des Sports. Immer montags um 19 Uhr trifft sich in der Sporthalle des Börde-Gymnasiums Wanzleben eine integrative Sportgruppe. „Wir bieten Sport für Jedermann an und freuen uns über weitere Teilnehmer“, sagt Sacher. Bestandteil ist weiter das „Café ohne Grenzen“ des Sozialen Zentrums „Alter Bahnhof“ des DRK-Kreisverbandes Wanzleben, das allen Einwohnern der Gemeinde Angebote zum Mitmachen und zur Information zu verschiedenen Themen unterbreitet.

„Die Wanzlebener Interkulturelle Runde ist ein ehrenamtliches Engagement, das soziale Belange der Bürgerinnen und Bürger beachten möchte. Den Interessierten die Teilnahme am Gemeinwesen unserer Stadt zu ermöglichen oder zu verbessern, das ist das Ziel“, verdeutlicht Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge. Die Runde wolle Ideen zusammentragen und Initiativen bündeln, damit ansprechende Ergebnisse erzielt werden können. Die Initiativen des DRK-Kreisverbandes im Sozialen Zentrum „Alter Bahnhof“ seien ein interessanter und notwendiger Einstieg in die heutige und künftige Arbeit. „Stätten der Begegnung sind von großer Bedeutung. Das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen unterstützt ein friedliches Miteinander. Auch die Sozialverbände und Vereine unserer Stadt sind da beispielgebend“, sagt Kluge.

Nur fremd, bis man einander kennt

Die Wanzlebener Interkulturelle Runde verfolgt darüber hinaus noch mehr Ziele. Interkulturelle Kompetenz solle es nicht nur in Kindertagesstätten und Schulen geben, sondern eben auch in der Stadt Wanzleben-Börde. „Fremde sind nur solange Fremde, wie man sie nicht kennt“, ist sich Kluge sicher.

Deshalb sollen in dieses gemeinsame Handeln auch Flüchtlinge und Menschen eingebunden werden, deren Heimat nicht in Deutschland liegt, die aber hier in Wanzleben ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben und die es ihrerseits auch wünschen. Das „Café ohne Grenzen“ bietet für alle Interessierten eine gute Möglichkeit der praktischen Umsetzung. „Ich hoffe, dass das Angebot von den Bürgerinnen und Bürgern auch angenommen wird“, sagt Kluge.

Themen des Alltags werden besprochen

Im „Café ohne Grenzen“ wird sich aber nicht nur kennengelernt und gemeinsames Nähen und Backen angeboten, es werden auch unterschiedliche Themen des täglichen Lebens angesprochen um Hilfe zu leisten, zu erklären und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Stadt Wanzleben-Börde zu fördern. „Eine bemerkenswerte Ergänzung des Angebotes vor Ort. Deshalb mein ganz herzlicher Dank an das DRK Wanzleben“, sagt der Bürgermeister.

Kluge weist zudem auf eine interaktive Ausstellung zum Thema Menschenrechte hin. Die Eröffnung ist am Dienstag, 24. September, in der Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben am Raßbachplatz. Interessante Gespräche in Workshops können dort angeboten werden.