Wanzleben l Wenn Rainer Lippelt auf die vor 25 Jahren begonnene Geschichte der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Wanzleben zurückblickt, kann er zufrieden sein. Seit mehr als 24 Jahren steht er der Gesellschaft als Geschäftsführer vor.

18 Millionen D-Mark Altschulden

Mit 1100 Wohnungen und auch 18 Millionen D-Mark Altschulden am 28. Dezember 1994 gestartet, konnten eine Ganze Menge der Schulden abgebaut werden. „Ein bisschen über eine Million Euro haben wir noch“, sagt Lippelt heute. Trotz notwendigen Verkaufs von Wohnungen in den Anfangsjahren, hat sich am Bestand bis heute nur wenig geändert: Die etwa 1140 Wohnungen gliedern sich aber in etwa 900 eigene Wohnungen und 240 in der Verwaltung. „Wir haben nicht nur Wohnungen in Wanzleben, sondern auch noch in neun anderen Ortschaften“, erklärt Rainer Lippelt.

Blick auf moderne Wohnformen

Das Wobau-Team reagierte auf den Bedarf und scheute sich auch nicht, mal neue Wege in Richtung moderne Wohnformen zu gehen. Der Geschäftsführer bringt das Gelände der ehemaligen „Tenne“ in der Hospitalstraße ins Spiel, auf dem heute in acht Wohneinheiten fast barrierefreies Wohnen möglich ist. Ein Paradebeispiel in diesem Bereich ist ebenso die Windmühlenbreite 28 mit der Dachterrasse und den Doppelbalkons. Ein Modell zum Partnerschaftswohnen bringt im Neubau in der Roßstraße 47 Jung und Alt zusammen.

Barrierefreiheit spielt große Rolle

Dabei spielte auch die Barrierefreiheit eine wichtige Rolle, ebenso wie bei der Baumaßnahme, die die Wobau derzeit in der Großen Gartenstraße 8 umsetzt. Nach Aussage von Rainer Lippelt ist der erste Bauabschnitt seit einigen Wochen erledigt und in wenigen Wochen soll es mit dem zweiten Bauabschnitt weitergehen. Übrigens ist das erstmals für die Gesellschaft eine Sanierung in einem nicht ganz leergezogenen Objekt, denn einige Mieter ziehen, noch bevor der nächste Bauabschnitt beginnt, von dem unsanierten Teil in den bereits sanierten Gebäudeteil.

Bahnhof in neue Zukunft

Weitere Beispiele aus der 25-jährigen Wobau-Geschichte zeigen, dass man auch Bauprogrammen wie dem Stadtumbau Ost, Lösungen für die Barrierefreiheit oder der energetischen Sanierung immer offen gegenüberstand, aber auch denkmalgeschützten „Schandflecken“ der Stadt zu einem neuen Gesicht verhalf. Der Gesellschaftssitz in der Roßstraße, das Wohn- und Geschäftshaus in der Schwanstraße sowie die Breitscheidstraße 8 sind gemeint. Der Umbau des alten Wanzleber Bahnhofs zu einem sozialen Zentrum mit dem DRK-Kreisverband Wanzleben als Partner dürfte ebenso ein Meilenstein gewesen sein, der nicht zuletzt auch das soziale Engagement unterstreicht.

Wohlfühlen und alt werden

„Das Denken über und die Ansprüche an den Wohnraum haben sich verändert und entwickelt und die Wobau entwickelte sich mit“, unterstrich Thomas Kluge als Bürgermeister (parteilos) und Wobau-Aufsichtsratsvorsitzender während der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen am Wochenende. Das wusste auch Thomas Webel (CDU) als Landesbauminister zu würdigen: „Es ist gelungen, Wohnquartiere zu gestalten, in denen sich die Mieter wohlfühlen, mit denen sie sich identifizieren und – im Hinblick auf den demografischen Wandel besonders hervorzuheben – in denen sie alt werden können.“