Drackenstedt l Beim Festakt im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten hob auch Ortswehrleiter Franz-Heinrich Kemper das Merkmal der Beständigkeit besonders hervor: „130 Jahre, das ist eine lange Zeit und damit gehört die Drackenstedter Feuerwehr zu den ältesten im Kreis.“

Bemerkenswert sei, dass die Führungsverantwortung in den 13 Dekaden „bei lediglich acht Wehrleitern beziehungsweise Vorsitzenden lag.“ Im statistischen Schnitt war jeder Drackenstedter Wehrleiter also mehr als 16 Jahre im Amt. „Das ist tatsächlich ein sehr stabiles Gerüst“, so Kemper.

1888: Zurück zu den Wurzeln

Das Fundament entstand 1888 unter Karl Stage, der die Wehr bis 1913 leitete. Ihm folgte für 20 Jahre Reinhold Hosenthin, ab 1933 führte Wilhelm Jakobs die Kameraden 19 Jahre lang durch das schwierige Terrain der politisch-gesellschaftlichen Umbrüche. Vergleichsweise kurz währte die Zeit von Gerhard Kramer und Alfred Deumeland sen., ehe 1961 die lange Ära unter Alfred Deumeland jun. begann.

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„Vielen von euch ist der Alfred ja noch bekannt“, sagte Kemper, „er war bis 1990 unser Wehrleiter, unter seiner Führung wurde unser Gerätehaus gebaut und wir bekamen unser erstes eigenes Löschfahrzeug. Leider ist Alfred Deumeland, der fast 30 Jahre die Geschicke unserer Wehr leitete, voriges Jahr verstorben.“

Wehr erlebt Veränderung

1990 übernahm Reinhard „Rollo“ Ruprecht das Amt. „Ihm oblag es, die Wehr an die neuen Gesetzlichkeiten und Vorschriften anzupassen – und ich meine, das ist ihm sehr gut gelungen“, so Franz-Heinrich Kemper, der nun selbst ein volles Jahrzehnt als Wehrleiter fungiert.

Kemper dazu: „Ich bin froh und stolz, dass ich 41 dieser 130 Jahre miterleben und mitgestalten durfte. Aber was wäre die ganze Wehr ohne ihre Kameraden und Kameradinnen? Wenn ihr nicht eure Freizeit und Kraft für den Schutz anderer einsetzen würdet, hätte die Feuerwehr keine Chance, länger zu bestehen.“

Jubiläum mit Wettkämpfen

Aktuell verfügt die Drackenstedter Einsatzabteilung über 21 Mitglieder. Zusammen mit mehreren Hundert Gästen und Mitstreitern wurde am Sonnabend groß gefeiert. Das Jubiläum bot zugleich den passenden Anlass für den Feuerwehrtag der Oberen Aller mit den Lauf- und Löschwettkämpfen der Einsatz- und Jugendabteilungen. Die flinkesten Löschangriffe absolvierten dabei die Trupps aus Sommerschenburg (Aktive) und Druxberge (Jugend).

„Glückwunsch den Siegern und Dank allen Gästen und Beteiligten“, resümiert Franz-Heinrich Kemper. „Es war eine Jubiläumsfeier, wie man sie sich nur wünschen kann. Das Wetter hat super mitgespielt, es war fast schon zu gut, beim Umzug und Festakt hat die Sonne feste auf uns niedergebrannt.“ Eine Sache, die sich trotz der geballten alten und neuen präsentierten Feuerwehrtechnik nicht löschen, allenfalls abkühlen ließ, „was wir beim Feuerwehrball am Abend auch reichlich getan haben.“

Für Nachwuchs ist gesorgt

Für den weiteren Bestand ist in Drackenstedt offenbar auch gesorgt: „Was uns alle freut“, so der Wehrleiter, "ist die Tatsache, dass wir im Oktober unsere Kinderfeuerwehr ins Leben rufen konnten, die nun neben der Jugendabteilung den Nachwuchs an unsere wichtige Arbeit heranführen soll. Dafür engagiert sich ganz besonders unsere Mädelsgruppe um Yvette Brentrop.“