Langenweddingen l Im Sülzetaldorf soll eine neue Kindertagesstätte entstehen. Für die Bauzeit sollen die Kita-Kinder ins Grundschulgebäude umziehen. Auch Wohncontainer schaffen entsprechendes Raumangebot. Die Elterninitiative, die um den Erhalt ihrer Grundschule in Langenweddingen kämpft, sucht nun nach Möglichkeiten, die Beschulung für die Erst- bis Viertklässler in der Ganztagsschule möglich zu machen.

Es hatte in der Vergangenheit zum Thema Schulschließung mehrfach Zusammenkünfte der beteiligten Abordnungen gegeben – mit differenten Sichtweisen. Die Elterninitiative hatte Gemeindebürgermeister Jörg Methner (SPD) vorgeschlagen, nach Möglichkeiten zu suchen. Ein Vorschlag der Initiative sah vor, zumindest einen Teil der Schüler in der Ganztagsschule unterzubringen.

Elterninitiative sucht Möglichkeiten

Um Meinungen der Fachleute zu hören, hatte Methner zu einem Informationsgespräch eingeladen. Heinz-Günter Bartels, Schulleiter der Ganztagsschule, hieß den Bürgermeister, den stellvertretenden Gemeinderatsvorsitzenden Andreas Ristau (SPD), der auch Lehrer an der Ganztagsschule ist, Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek (Die Linke), Marco Falkenberg (CDU), Vorsitzender des Sozialausschusses, René Kellner, Fachbereichsleiter in der Verwaltung, Elternvertreterin Claudia Seidemann sowie Sabine Dehnert, Leiterin der Langenweddinger Grundschule, willkommen.

In ihrer Einschätzung machte Claudia Seidemann deutlich, dass es ungünstig sei, einen Teil der Kinder vorzeitig in die Grundschule nach Osterweddingen zu versetzen und einen Teil der Kita-Kinder in der Grundschule unterzubringen. Für die Elternvertreter sei das die schlechteste Alternative und der Gedanke entstanden, für einen Teil der Grundschüler Räumlichen in der Ganztagsschule vorzuhalten und den Rest auf Container zu verteilen.

Dem widersprach Heinz-Günter Bartels. Er erklärte, dass für die Unterbringung der Grundschüler überhaupt keine Räumlichkeiten vorhanden wären. „Wir sind räumlich vollständig ausgelastet. Extra Räume stehen nicht zur Verfügung. Wir haben zwölf Klassen, aber auch nur zwölf Klassenräume. Diese sind für die körperlich kleineren Grundschüler nicht konzipiert worden. Wir bräuchten zum Beispiel anderes, der Körpergröße angepasstes Mobiliar“, machte Bartels deutlich.

Kein Platz in Ganztagsschule

Der Gemeinderat habe auf einer Sitzung empfohlen, für einen Schulneubau die Langenweddinger Grundschule 2019 zu schließen. Dieses Thema sei vorerst vom Tisch, da keine Fördermittel zur Verfügung stünden. Die künftige Bundesregierung werde aber neue Förderprogramme für den Bau von Schulen auflegen, teilte die Verwaltung mit.

Das Haushaltskonsolidierungsprojekt, das der Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossen hatte, ist durch die Kommunalaufsicht bestätigt worden. Es diene als Arbeitsgrundlage und die Verwaltung sei daran gebunden, erläuterten deren Vertreter. Das Konzept ist zur öffentlichen Einsichtnahme im Internet zu finden. Der Gemeinderat hatte ebenfalls mit großer Mehrheit beschlossen, Stark-III-Mittel für die Grundschule Altenweddingen zu verwenden.

Keine Fördermittel für Neubau

„Wir erachten es als wichtig, den Grundschulstandort in Langenweddingen zu erhalten. Zum Bau einer neuen Grundschule in Osterweddingen mit Hilfe eines Förderprogramms fehlen derzeit die Voraussetzungen. Wird neu gebaut, dann wahrscheinlich mit großem Zeitverzug“, machte Claudia Seidemann deutlich. Der Gemeinderat habe informiert, kein Interesse daran zu haben, die Kinder von einer nicht mehr den modernen heutigen Standards entsprechenden Grundschule in eine andere ähnlich geartete umzusetzen.

„Logische Konsequenz ist, dass der Erhalt unserer Grundschule für die nächsten Jahre gesichert ist. Sollten künftig Fördermittel für den Bau einer Grundschule in Osterweddingen vorliegen, möchten wir dennoch den Grundschulstandort in Langenweddingen aufrecht erhalten.“

Den Elternvertretern gehe es nicht um das Gebäude. „Wünschenwert wäre, wenn sich die Gemeinde offen zeigt, Alternativen abzuklopfen, wo die Grundschüler untergebracht werden können. Alternativen sind aus unserer Sicht vorhanden“, nannte Claudia Seidemann die Ganztagsschule. Die Integration dort könne durchaus perspektivisch geschehen. Sabine Dehnert möchte die Grundschule ebenfalls im Ort behalten. „Wenn es dafür notwendig ist, nehmen wir auch zeitweise Einschränkungen im Unterricht in Kauf.“