Wanzleben l Die Gründe sind vielfältig, warum sich Paare trennen und der Vater oder die Mutter das Sorgerecht für das gemeinsame Kind vom Familiengericht zugesprochen bekommt. In besonders problematischen Fällen ist der sogenannte begleitete Umgang von Elternteilen und ihren Kindern unter Aufsicht einer pädagogischen Fachkraft nach Vermittlung durch ein Gericht oder den Allgemeinen Dienst des Jugendamtes des Landkreises Börde möglich.

Diese begleiteten Begegnungen sind jetzt auch in Wanzleben möglich. Dafür hat der Kinderschutzbund Börde Haldensleben am Markt eine Wohnung bei der Wohnungsbaugesellschaft Wanzleben (Wobau) angemietet. „Wir haben uns bewusst für Wanzleben entschieden, hier haben wir in der Vergangenheit noch unter der damaligen Bürgermeisterin Petra Hort bereits gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit gemacht“, sagte Marlies Schünemann, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Börde mit Sitz in Haldensleben, bei der Einweihung der Begegnungswohnung in der Sarrestadt. Sie konnte dabei haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes, Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos), Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt, Matthias Wendt vom Jugendamt des Kreises und Mitmieter des Hauses begrüßen.

Kindgerechte Ausstattung

Betreut werden die Begegnungen von Eltern und Kindern von Sarah Schmidt. Die junge Frau ist studierte Bildungswissenschaftlerin und bereits als Umgangsbegleitung in Haldensleben und Wolmirstedt tätig. „Jetzt ist es am Jugendamt, diese Wohnung mit Leben zu erfüllen“, sagte sie. Alle zwei Wochen immer montags und donnerstags werde in der Wanzleber Wohnung am Markt von 11 bis 18 Uhr der Umgang der Elternteile mit ihren Kindern unter fachlicher Aufsicht möglich sein. Dabei stehe das Wohl des Kindes im Mittelpunkt, das den Kontakt zu Vater oder Mutter, bei dem es nicht ständig lebe, nicht abreißen lassen solle.

Die kleine Wohnung ist kindgerecht ausgestattet und verfügt neben etlichem Spielzeug über eine Küche und einen Sanitärbereich. Zudem steht in der Wohnung ein Schlafcouch. „Dieses Couch kann von Eltern für eine Übernachtung genutzt werden, die von weither nach Wanzleben anreisen, um ihr Kind zu sehen“, verdeutlichte Marlies Schünemann. Sie bot der Stadt Wanzleben an, die Wohnung für kleine Gruppen von Erwachsenen und Kindern, die etwas zusammen unternehmen wollen, nutzen zu dürfen, wenn sie der Kinderschutzbund nicht benötige.

„Wir haben in der Stadt Wanzleben vielfältige Angebote zur Betreuung von Kindern. Diese Wohnung des Kinderschutzbundes ergänzt diese Angebot hervorragend“, freute sich Kluge über das neue Engagement in der Sarrestadt.