Wanzleben l Etwa 400 Tiere bestimmten am Wochenende das Bild im Wanzleber Kulturhaus. In langen Reihen waren auf dem Tanzparkett fein säuberlich die Käfige aufgebaut. Aus denen schauten die 54 Kaninchen, acht Enten, 38 Hühner, 104 Zwerghühner und 196 Tauben mit großen Augen auf die Besucher der Ausstellung, die vom Kleintierzuchtverein G 366 Wanzleben-Börde veranstaltet wurde. 43 Aussteller aus der Region Wanzleben, Magdeburg und aus Bernburg zeigten in der Sarrestadt ihre Zuchterfolge.

„Besonders sind wir auf die Vielfalt der Rassen stolz, die wir bei dieser Ausstellung den Besuchern präsentieren können“, sagte Klaus Schepuck, Vorsitzender des 20 Mitglieder und zwei Jugendliche zählenden Kleintierzuchtvereins Wanzleben-Börde. Wobei die Vielfalt der Rassen gefährdet sei und einige von ihnen bereits auf der „roten Liste“ stünden. „Im Rahmen dieser Ausstellung kann sich jeder an der Schönheit der Tiere und an der großen Vielfalt der Rassen und Farbschläge, die die Natur hervorbringt, erfreuen“, verdeutlichte Schepuck. Für ihn stelle die Kleintierzucht ein Kulturgut da, das für die Gesellschaft erhalten werden müsse. Er appellierte zudem an die Politiker, sich für die Stärkung des Ehrenamtes und der Vereine einzusetzen, da eine Kommune ohne Vereine nicht existieren könne. Und an das Verständnis der Mitmenschen, die gerade auf dem Lande in der Börde tolerant sein sollten, wenn in der Nachbarschaft ein Hahn krähe und nicht gleich mit einer Klage drohen sollten.

Erhalt der Kleintierzucht ist wichtig

„Gerade bei uns im ländlichen Raum gehören Tiere einfach dazu“, bekräftigte die Wanzleber SPD-Landtagsabgeordnete Silke Schindler den Appell von Schepuck für mehr Verständnis für die Kleintierzucht. Auch ihr liege der Erhalt der klassischen Kleintierzucht sehr am Herzen, weshalb sie den Verein mit einer Geldzuwendung unterstützte.

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Genauso wie Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos), der mit seinem Amtskollegen aus dem Sülzetal, Jörg Methner (SPD), die Ausstellung besuchte und somit den Züchtern seinen Respekt für ihre Arbeit zollte. „Sie brennen für dieses Hobby. Es muss gelingen, mehr Kinder und Jugendliche dafür zu begeistern“, sagte Kluge. Dabei sei es mit einem großen Aufwand und einem hohen persönlichen Engagement verbunden, die Tiere jeden Tag zu versorgen. Kluge sicherte zudem die Unterstützung der Stadtverwaltung zu, um Streit wegen möglicher Lärmbelästigung durch Tiere zu schlichten.