Wanzleben l Die CDU bleibt stärkste Kraft im Stadtrat Wanzleben. Trotz einiger Verluste zur Wahl im Jahr 2014 als die Christdemokraten auf 25 Prozent und sieben Sitze kamen, stellt sie im neuen Stadtrat mit voraussichtlich 20,75 Prozent der Wählerstimmen sechs Sitze. Das sagte das Wahlergebnis nach 13 von 17 ausgezählten Wahllokalen der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde um 23.20 Uhr aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,59 Prozent.

Die AfD zieht mit zwei Mitgliedern erstmals in den Stadtrat ein. Wegen ihres hohen Stimmenanteils von 14,58 Prozent hätte sie vier Sitze besetzen können, hatte jedoch nur zwei Kandidaten „Dadurch bleiben zwei Sitze frei und die Anzahl der Sitze im Stadtrat reduziert sich von 28 auf 26“, sagte Wahlleiter Thomas Kluge.

Unterschiedliche Reaktionen

Hinter CDU und AfD kommt die Linkspartei auf 11,82 Prozent, SPD auf 11,12 Prozent, FDP auf 9,95 Prozent, die Bürgergemeinschaft Hohendodeleben auf 6,53 Prozent, die Bürgerinitiative Groß Rodensleben auf 6,75 Prozent, die Freie Wählergemeinschaft Domersleben auf 4,32 Prozent und Bündnis 90/Die Grünen auf 3,74 Prozent. Die weiteren freien Wählergemeinschaften folgen.

„Wir werden uns als Christdemokraten weiter für die Ziele und das Wohl der Gemeinde einsetzen“, sagte Claus-Christina Kühne, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Wanzleben-Börde. Er hätte sich gewünscht, dass bei der Kommunalwahl mehr auf die Bewerber aus der Region gesetzt werde als auf die große Politik.

„Wir wollen einfach mitwirken und sehen wie es möglich ist, mit den anderen Parteien zusammenzuarbeiten“, sagte der Klein Wanzleber Heinz-Jürgen Mattig. Die AfD habe nicht vor, im Wanzleber Stadtrat auf den Tisch zu hauen und zu sagen, was jetzt verändert werden solle. Vielmehr wolle die Partei mitwirken, die Kommunalpolitik im Sinne der Bürger zu gestalten.

Linke sind enttäuscht

„Das Ergebnis ist für uns schon enttäuschend, zumal wir als im Stadtrat gute Arbeit geleistet haben“, sagte Gudrun Tiedge (Linke). Für sie sei besonders das Abschneiden der AfD erschreckend und sie wolle zunächst abwarten, wie sich die Zusammenarbeit mit beiden neuen Mitgliedern des Stadtrates gestalten werde.

„Wir sind zufrieden, das Ergebnis ist für uns jetzt kein Erdrutsch“, sagte Martin Schindler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wanzleben. Zwar werde sich vermutlich die Anzahl der Stadtratssitze für die SPD von vier auf drei verringern, doch sei das der neuen Vielfalt in der Politik geschuldet. Schindler hoffe darauf, dass die Parteien der Mitte zusammenstehen und die richtigen Antworten auf die neuen Herausforderungen finden würden.

Wie Wahlleiter Thomas Kluge berichtete, sei die Abstimmung bis auf einen Zwischenfall in Klein Wanzleben ohne Vorkommnisse verlaufen. Im Wahllokal wollte ein Mann nicht wie vorgeschrieben die Wahlkabine aufsuchen und stattdessen vor aller Augen seine Kreuze auf den Wahlscheinen machen. Als ihn der Wahlvorstand darauf aufmerksam machte, er möge doch im Geheimen wählen, verlor der Mann offenbar die Nerven und schleuderte die Wahlscheine in die Luft. Seine Stimmen waren somit nicht gültig.