Seehausen l Bevor das Ergebnis feststand, mussten beide Kandidaten in eine Extrarunde. Die war nötig geworden, weil Vinny Zielske und Wolfgang Zahn nach dem ersten Wahlgang die gleiche Stimmenzahl auf sich vereint hatten. Jeweils 25 Stimmen sorgten für eine Pattsituation, die einen zweiten Wahlgang erforderlich machte. Dieser sollte die Entscheidung bringen. Diesmal lautete das Ergebnis 27:23 – die Entscheidung zu Gunsten der Kandidatin war gefallen. Wolfgang Zahn zeigte sich als fairer Verlierer, beglückwünschte Vinny Zielske zur Nominierung und sicherte seine Unterstützung für den Wahlkampf zu.

Zielske und Zahn hatten sich bereits im Jahr 2011 für die Kandidatur zur Landratswahl beworben. Seinerzeit hatte Zahn die Mehrheit der Stimmen auf sich vereint. Er habe dann gegen Hans Walker (CDU), den amtierenden Landrat, den Kürzeren gezogen, aber ein dennoch beachtliches Ergebnis erzielt, machte Zahn in seiner Ansprache an die Vollversammlung deutlich.

52 Parteimitglieder bei der Vollversammlung

Der Sonnensaal in Seehausen war bis auf den letzten Platz besetzt am Freitagabend. Zur Vollversammling konnte Dr. Ringo Wagner, Vorsitzender des Kreisverbandes Börde, 52 SPD-Mitglieder begrüßen. Zentrales Thema war die Nominierung eines Kandidaten für die Landratswahl im kommenden Jahr. Die 57-jährige Vinny Zielske, Geschäftsführerin des Trink- und Abwasserverbandes Börde Oschersleben, und der 55-jährige Wolfgang Zahn, Projektleiter bei der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt in Magdeburg, hatten ihren Hut in den Ring geworfen, beide warben in ihren Ansprachen um Stimmen für eine mögliche Kandidatur.

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Er wolle Politik wieder verständlicher machen, lautete Zahns Credo. „Wir müssen uns darauf besinnen, wieder mehr Bürgernähe zu schaffen. Wir sehen doch die Konsequenzen“, zeigte sich Zahn mit Hinweis auf das Wahlergebnis der Bundestagswahl gewohnt kämpferisch. Den Wirtschaftsstandort Bördekreis weiterzuentwickeln, sehe er als eine Aufgabe für den zukünftigen Landrat.

Vinny Zielske schlug die leisen Töne an. Sie ziele darauf ab, die Einheit des Landkreises Börde zu vollziehen. „Ich möchte im Falle einer Wahl meine Erfahrungen mit Fusionen für eine bessere Zusammenarbeit im Landkreis einbringen“, machte Zielske deutlich. Auch ihr sei Bürgernähe wichtig.

Zwei weitere Bwerber bisher bekannt

In der anschließenden Aussprache kamen Anhänger beider Kandidaten zu Wort. Silke Schindler machte sich für Vinny Zielske stark. „Sie hat Erfahrung in der Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens. Außerdem engagiert sie sich für die Bürger“, warb die Landtagsabgeordnete für eine Frau als Kandidatin. „Warum nicht einmal eine Landrätin?“ Auch der Sülzetaler Norbert Dregger unterstützte die Kandidatin. „Ich halte Vinny für durchaus kompetent, diese Führungstätigkeit umfänglich ausfüllen zu können.“

Martin Krems-Möbbeck, Ortsgruppenvorsitzender der Gemeinde Oebisfelde-Weferlingen, sah seinen Favoriten in Wolfgang Zahn. „Wir brauchen einen Kandidaten, der gegen Martin Stichnoth eine Chance hat. Wolfgang ist ein Kampfschwein, er hat diese Chance“, so Krems-Möbbeck. Der Wolmirstedter Heinz Maspfuhl blies ins gleiche Horn. „Ich kenne Martin Stichnoth schon lange, ich war nämlich sein Lehrer. Der Mann kann sich gut verkaufen. Ich sehe Wolfgang eher als Vinny in der Lage, Paroli bieten zu können.“ Joachim Hoeft, Vorsitzender des Ortsvereins Haldensleben, mahnte zur Sachlichkeit. „Wir brauchen jemanden, der Verwaltung kann und nicht nur Wahlkampf. Immerhin steht dieser Jemand für sieben Jahre an der Spitze des Landratsamtes.“

Schlussendlich entschied sich die Mehrheit der Börde-Sozialdemokraten für Vinny Zielske. Sie wird am 18. März 2018 zur Landratswahl für den Landkreis Börde antreten und auf CDU-Kandidat Martin Stichnoth sowie Linken-Kandidatin Doreen Hildebrandt treffen. Der Gewinner der Wahl wird dann am 7. September 2018 sein Amt antreten.