Bottmersdorf l Der Bottmersdorfer Landwirt Michael Arndt steuert seinen bärenstarken Schlepper schnurgerade über einen Acker in der Nähe seines Heimatdorfes. Der Traktor zieht eine Drillmaschine, die Reihe für Reihe Mais aussät. Wenig später fährt ein Berufskollege mit seinem Traktor und angehängter Walze über die Fläche, um das Saatgut fest in den Bördeboden zu drücken. Die Maschine zieht eine lange Staubwolke hinter sich her.

Staubtrockener Acker

„Es ist staub trocken und einfach kein Wasser mehr da“, sagt der Landwirt Werner Arndt, der zusammen mit seinem Sohn Michael Arndt einen Landwirtschaftsbetrieb in Bottmersdorf unterhält. Nicht nur, dass es seit Wochen in der Börde nicht mehr geregnet hat. Die starke Sonneneinstrahlung und der heftige Wind der vergangenen Tage haben zusätzlich zum Austrocknen des Bodens geführt. Und auch bis Anfang Mai ist kein Regen in Aussicht. „Wir brauchen unbedingt Wasser, damit die Vegetation in Gang kommt“, verdeutlicht Michael Arndt.

Der Landwirtschaftsbetrieb von Werner Arndt bewirtschaftet 500 Hektar. Er baut Weizen, Wintergerste, Zuckenrüben, Sommergerste, Mais, Kraftvermehrung für Grassamen und Raps an. Obendrein widmet sich der Betrieb der Zucht von Rindern.

Wassermangel ist schon zu sehen

Wie Werner Arndt sagt, sei dem Weizen bereits jetzt der Wassermangel an einigen Stellen anzusehen. Deshalb rechne er bei der Ernte im Sommer mit Einbußen bei den Erträgen, die Arndt heute noch nicht beziffern könne. Auch dem Raps fehle das Wasser und die nötige Temperatur für die richtige Entwicklung. Der Raps neige jetzt dazu, Notblüten zu bilden. Da jedoch noch keine Bienen wegen der zu niedrigen Temperaturen fliegen würden, habe das wiederum negative Auswirkungen auf die spätere Honiggewinnung. Zumal der Raps wegen fehlender Temperaturen keinen Nektar produziere. Auch die Entwicklung der Zuckerrüben bereite Arndt wegen der Trockenheit Sorgen.

„Die Lage im Landkreis Börde muss man sehr differenziert betrachten. Die Regionen nördlich des Mittellandkanals und um den Flechtinger Höhenzug sind naturräumlich benachteiligt, weil dort die Böden eher sandig sind und nicht so ein hohes Wasserhaltevermögen haben wie im Kernbereich der Börde südlich der A 2“, schätzt Christian Apprecht, Geschäftsführer des Bauerverbandes Börde in Wanzleben, ein. Im Norden des Kreises sei die wenige Bodenfeuchte aus den Niederschlägen zu Jahresbeginn viel schneller aufgebraucht und die Lage aktuell schon schwieriger. Für Raps und Wintergetreide, was im vergangenen Herbst angesät wurde, sei die jetzige Zeit entscheidend für die Schoten- und Ährenbildung. Die Bestände hätten bisher eigentlich einen überwiegend guten Entwicklungsstand. „Da in Langfristprognosen auch über den Mai keine nennenswerten Regenfälle vorhergesagt werden, sind die Befürchtungen der Landwirte auf eine neuerliche Missernte riesengroß“, macht Apprecht deutlich.

Auch im Mai kein Regen?

Für die im Frühjahr bestellten Kulturen wie Zuckerrüben, Kartoffeln, Zwiebeln oder Mais, aber auch im Bereich der Gemüse- und Gewürzpflanzen, fehlt aktuell schon das Wasser. Mancherorts reicht es sicherlich noch zum Auflaufen der Bestände. Für das weitere Wachstum müssen die jungen Pflanzen schnell Wurzeln bilden, die den Bodenwasservorrat nutzen. Da die oberen Bodenschichten zumeist schon komplett ausgetrocknet sind und nur in wenigen Teilen des Landkreises eine Bewässerung möglich ist, sehen die Startbedingungen für diese Kulturen auch nicht gut aus.

Erschwerend kommt hinzu, dass geschwächte Nutzpflanzenbestände anfälliger für Schädlinge und Pflanzenkrankheiten sind. Die Niederschläge fehlen aber nicht nur auf dem Acker, sondern auch auf dem Grünland, das Futtergrundlage für Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde ist.

Nicht die Wasserentnahme verbieten

„Gegen das Wetter kann man schlecht etwas machen, da bleibt oft nur die Hoffnung auf Niederschläge“, sagt Apprecht. Und dort, wo Beregnung möglich sei, sollte die Wasserentnahme den Landwirten nicht wie teilweise im vergangenen Jahr untersagt werden.