Sülzetal l Gegen den Bau und den Betrieb einer Hähnchenmastanlage mit 350 000 Plätzen wendet sich der Bürgermeister von Dodendorf, Michael Schmitz (WVU). Die „Agrar- und Milchhof Stemmern GmbH“ plant in Stemmern die Errichtung von 16 Futtersilos, einem Löschwasserbecken, zwei Reinigungswassersammelbehältern, einem Sanitärabwassersammelbehälters, einemSozial- und Bürogebäude sowie einem Heizöltank und einem Kadavercontainer.

„Schon 2014 gab es massive Proteste gegen solch ein Vorhaben. Damals wurde dies nach alldem Widerstand und den Beratungen ad acta gelegt. Jetzt wurde mir Material zugespielt, demzufolge solch ein Antrag dort weiterhin läuft. Ist das richtig“, fragte Ortsbürgermeister Schmitz mit Blick auf die Verwaltung bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses in Osterweddingen im Rathaus.

Immissionen werden derzeit geprüft

Die Leiterin des Fachbereichs Bau- und Gestaltung in der Verwaltung, Jeanette Willborn, erläuterte dem Ausschuss die aktuelle Sachlage. Es gebe ein Verfahren hinsichtlich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) für solch eine Anlage, so Willborn. Da es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb handele, könne die Agrar- und Milchhof Stemmern GmbH solch eine Anlage in Bahrendorf mit dem geltenden Bauplan errichten.

„Mir kommt es darauf an, zu erfahren, ob der Antrag genehmigt wird?“, betonte Schmitz. Die möglichen Belastungen seien enorm. Willborn sagte Schmitz zu, dass sie seine Bedenken mitnehme und erneut beim Landesverwaltungsamt als Genehmigungsbehörde nachhaken werde, wieweit der gesamte Ablauf des Verfahrens aktuell gediehen sei. Fachbereichsleiterin Willborn: „Als Gemeinde werden wir aber bei der letztendlichen Genehmigung gar nicht gefragt.“

Antrag liegt dem Amt vor

Nach Auskunft der Pressesprecherin des Landesverwaltungsamts in Halle, Denise Vopel, sei ein Genehmigungsantrag zum Vorhaben dort anhängig. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Antragsprüfung im Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zum Vorhaben ,Errichtung und Betrieb einer Hähnchenmastanlage mit 350 000 Tierplätzen einschließlich notwendiger Nebenanlagen am Standort Bahrendorf‘ noch nicht abgeschlossen“, erklärt Pressesprecherin Vopel auf Nachfrage der Volksstimme.

Eine Einschätzung zur Genehmigungsfähigkeit sowie zur Verfahrensdauer sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, sagte Pressesprecherin Vopel weiter. Insbesondere fehle derzeit der Nachweis der gesicherten Erschließung. Noch fehlende Unterlagen seien vom Antragsteller für Ende dieses Monats angekündigt. Vopel: „Nach Durchsicht der Unterlagen wird über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden.“