Landtags-Neuling Kay Barthel hat sich gut eingearbeitet

Mit Finanzen ein schwieriges Feld betreten

Von Yvonne Heyer

Genau wie die neue Landesregierung hat der CDU-Landtagsabgeordnete Kay Barthel die ersten 100 Tage in seinem neuen Amt bereits herum. Ein spannendes und zugleich völlig neues "Berufsleben" hat für den 40-jährigen Osterweddinger begonnen.

Sülzetal. Bekanntlich ist Kay Barthel von Haus aus eigentlich Ingenieur. In den vergangenen Jahren war der Osterweddinger persönlicher Mitarbeiter von Ex-Bau- und Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre.

Erste Sporen als Politiker verdiente sich der 40-Jährige als Mitglied des Gemeinderates Sülzetal. Mit einem beachtlichen Ergebnis schaffte der CDU-Mann mit dem ersten Anlauf vor einigen Wochen den Sprung in den neu gewählten Landtag von Sachsen-Anhalt. Und damit begann für den Vater zweier Kinder vor allem ein völlig neuer "Berufsalltag". "Als Landtagsabgeordneter musste ich zunächst lernen, meinen Tag selbst zu gestalten, zu organisieren. Ob vorher in der Ingenieurkammer und später im Büro Daehre - hier wurde immer im Team gearbeitet. Meine Aufgaben für den Tag waren immer klar strukturiert. Man hat über viele Dinge geredet, sich ausgetauscht", erzählt der Neu-Landespolitiker.

Den Austausch sucht er noch heute, berichtet er weiter. Dazu gehört für ihn, dass mindestens einmal in der Woche mit seinem "Lehrmeister" Dr. Karl- Heinz Daehre telefoniert, dort auch Rat sucht. Doch weiß Kay Barthel auch den Austausch in der Fraktion zu schätzen, hier kann er sich bei erfahrenen Abgeordneten ebenso Rat holen, bekommt er seine Fragen beantwortet.

Es wird wenig Beifall geben

Kay Barthel wurde in der CDU-Fraktion der finanzpolitische Sprecher. Eigentlich war sein Plan anders. Er wäre lieber im Bereich Landesentwicklung und Verkehr geblieben. Doch als ihm das Finanzressort angeboten, fand er es auch verlockend, weil das Finanzministerium mit dem Hochbau aufgewertet wurde und Kay Barthel dieses Fachgebiet aus dem Bauministerium nicht fremd ist. "Schließlich ist ja gerade das Thema Kommunalfinanzen ein reizvolles Thema. Der Finanzausschuss ist schon ein Schlüsselauschuss, wo viele Fäden zusammenlaufen. Hier wird mitgestaltet, mitbestimmt, wo und wofür das immer knapper werdende Geld ausgegeben wird", ist sich der Osterweddinger sicher. Und nach den Erfahrungen, die er in den vergangenen Wochen sammeln konnte, hat er seine Entscheidung nicht bereut. Wobei ihm auch klar ist, dass man gerade für viele Entscheidungen, die der Finanzausschuss treffen muss, wenig Beifall bekommen, es eher Kritik hageln wird.

Nun ist ausgerechnet der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion auch Mitglied im Gemeinderat Sülzetal. In einer Gemeinde also, die bis heute keinen genehmigten Haushalt hat. Wie sieht er das? "Es gibt Gemeinden, denen es ganz gewiss schlechter geht als der Gemeinde Sülzetal. Um die Einnahmenseite sorge ich mich nicht, immerhin gehört die Gemeinde auf Grund ihrer hohen Einnahmen zu den Kommunen im Landkreis, die mit die höchste Kreisumlage zahlen. Im Sülzetal passt die Ausgabenseite nicht", so Barthel. "Wir haben uns vorgenommen, den Haushalt so schnell wie möglich gemeinsam mit dem Berater der Gemeinde, Andreas Flügel, auf die Reihe zu bringen. Und ich halte es sogar für möglich, dass der Etat 2012 noch 2011 beraten wird. Wir müssen nur mit mehr Nachdruck an die Sache gehen", stellt der CDU-Politiker klar.

Großes Versprechen ist eingelöst

Mit der Entscheidung für das Finanzressort hat sich Kay Barthel für eine sehr komplexe Aufgabe entschieden, die kaum Raum für andere Dinge lässt. "Ich möchte mich auf diese eine Sache konzentrieren, um es auch richtig zu machen", so Barthel, der natürlich auch die Arbeit im großen Wahlkreis nicht vernachlässigen möchte. Das heißt für ihn, auch nach der Wahl regelmäßig präsent zu sein, regelmäßig Sprechstunden neben seinem Wahlkreisbüro in Langenweddingen ebenso in Calbe, Wanzleben oder Biere abzuhalten.

Um nicht zu vergessen, dass Kay Barthel auch ein Familienmensch ist. Und die Familie hat Zuwachs bekommen. Kay Barthel hatte seiner Familie versprochen, dass ein Hund gekauft wird, sollte er es schaffen, in den Landtag einzuziehen. Bislang war er derjenige, der sich gegen einen Hund sträubte. Doch versprochen ist versprochen und so gehört ein Rhode-sian Ridgeback Welpe seit einigen Wochen zur Familie.