Klein Wanzleben l Seit zehn Jahren ist das Zuckermuseum im alten Rathaus ein Anziehungspunkt im Zuckerdorf Klein Wanzleben. Jetzt hat es eine – zeitweilige – Aufwertung erfahren. Ursache dafür ist die 875-Jahr-Feier, die Klein Wanzleben in diesem Jahr feiern wollte, aber auch der Baustress, der derzeit im Ummendorfer Bördemuseum herrscht.

„Wir bezeichnen das als Bördemuseum on Tour“, erklärte Museumsleiterin Dr. Nadine Panteleon, als am Sonnabend eine vorübergehende Ausstellung unter dem Titel „Leben in der Börde“ in Klein Wanzleben eröffnet wurde. Zu sehen sind Zeichnungen der Künstlerin Daisy Roderich Huch, Fotos von Fritz Giesecke, der zeitweilig in Klein Wanzleben lebte, aber auch Exponate rund um die Zuckerrübe sowie Dinge, die Klein Wanzleber dem Bördemuseum zur Verfügung gestellt haben. Die Vorbereitungen zu dieser Ausstellung liefen bereits seit eineinhalb Jahren. Die Klein Wanzleber Claudia Mattausch, Siegfried Jackowicz und Horst Flügel führten damals die ersten Gespräche.

Mit der Geschichte befasst

Auch Steven Karow hat sich mit der Geschichte von Klein Wanzleben intensiv befasst und die bestehende Ausstellung rund um das „weiße Gold der Börde“ durch neue Exponate ergänzt. „Die Ausstellung lebt aber von den Besuchern“, meinte Ortsbürgermeister Knut Freese während der Eröffnung. Die Mitglieder des Kulturvereins werden deshalb jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr die Rathaustüren öffnen. Wer die Ausstellung außerhalb der Sonntags-Öffnungszeit besuchen möchte, kann sich an den Ortsbürgermeister wenden.

Zur Ausstellungseröffnung hatte er ein lachendes und ein weinendes Auge. Zwar freute er sich über die kulturelle Bereicherung im Rathaus, dennoch wird die Ausstellungseröffnung in diesem Jahr nahezu die einzige Veranstaltung im Rahmen der 875-Jahr-Feier bleiben. Geplant war viel mehr – coronabedingt fiel die Entscheidung aber zugunsten einer Verschiebung um ein Jahr (siehe Kasten).

Thomas Kluge als Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde maß auch kleinen Veranstaltungen in dieser „schwierigen Zeit“ eine große Bedeutung bei. Die Ausstellung bewahre zudem Geschichte, die in Klein Wanzleben untrennbar mit dem Anbau, der Verarbeitung und der Forschung rund um die Zuckerrübe verbunden ist. „Es es wichtig zu wissen, wo kommt man her, damit man weiß, wo will man hin“, ergänzte Dirk Michelmann, der den Landkreis Börde vertrat.

Erlös aus Grafiken

Als finanzielle Unterstützung für die Feierlichkeiten soll auch der Erlös aus der Ausgabe von Grafiken mit Klein Wanzleber Motiven, die der Magdeburger Künstler Max Grimm gefertigt hat, dienen. Sie sind nach Aussage von Knut Freese bei Eckhard König gegen eine Spende erhältlich. Wenn mittwochs von 14 bis 17.30 Uhr zur Klönstube ins evangelische Gemeindezentrum eingeladen wird, ist er dort anzutreffen. „Zur 850-Jahr-Feier haben wir Münzen prägen lassen, jetzt brauchten wir wieder eine Erinnerung“, resümierte Knut Freese zur Idee mit den Grafiken. Durch einen persönlichen Kontakt konnte er Max Grimm als Künstler für die Idee begeistern. Ein Spaziergang durchs Dorf lieferte die Motive.