Bottmersdorf l Einen Tag der offenen Tür nutzten zahlreiche Besucher aus der Börde und weit darüber hinaus, um die einmalige Ausstellung, die Matthias Hülle, Michael Claus und Detlef Engel im Laufe der Jahre in Bottmersdorf aufgebaut haben, in Augenschein zu nehmen.

Acht Vermittlungsstellen, die auch alle noch heute in Betrieb genommen werden können, dokumentieren einen breiten Abriss über das Fernmeldewesen bis in die 90er Jahre hinein. Darunter sind ein Klapperschrank aus dem „Wilden Westen“ sowie ein Vermittlungsschrank aus dem Jahr 1943.

Fünf Meter breite Anlage

Eine Automatische Telefonzentrale 65.1, Baujahr 1989, aus Magdeburg-Olvenstedt ist dabei sogar weltweit in dieser Form einmalig. Ebenso interessant dürfte eine Vermittlungsstelle des Systems 22 sein. Die gezeigten drei Gestellreihen stellen eine Minimalkonfiguration dieses Systems dar und stammen aus der Ortsvermittlungsstelle Schönebeck/Elbe. Diese Technik wurde 1923 gebaut und war bis 1996 in Betrieb. Die Anlage nimmt mal eben fünf Meter in der Breite und 2,50 Meter in der Höhe ein.

Bilder

Die Gäste waren ganz begeistert und lauschten den Worten von Matthias Hülle. „Bei diesen Anlagen kann man noch wunderbar mit den Augen und Ohren nachvollziehen, wie eine Verbindung hergestellt wird“, erzählte er. An einem sogenannten Auskunftsplatz gibt es ein Lesegerät mit Mikrofilm zu sehen. Hier sind alle Telefonnummern der BRD aus dem Jahr 1989 gespeichert und direkt einzusehen.

„Die Idee für das Museum ist im Jahr 1989 entstanden“, sagt Matthias Hülle. Im Jahr 2009 haben die drei Enthusiasten eine alte Bäckerei in Bottmersdorf erworben und die Räumlichkeiten nach und nach ihren Erfordernissen angepasst. Die erste Etage soll auch noch ausgebaut werden. Dort sollen Fernseh- und Messtechnik sowie der erste Schritt in Richtung Digitaltechnik dokumentiert werden. Führungen durch die Geschichte der Telefonie gibt es auf Voranmeldung.