Bottmersdorf l Die Dunkelheit hatte sich am Abend des ersten Advents schon lange über Bottmersdorf gelegt. Im Kirchgarten des Gotteshauses Sankt Andreas hatten sich Gläubige der evangelischen Kirchengemeinde und ihre Gäste zusammengefunden. Sie genossen heißen Glühwein, knusprige Bratwürste und standen sich wärmend am Feuer, das in einem eisernen Korb loderte.

Kurz nach 18.30 Uhr rief das Glockengeläut Gläubige und Besucher in die Kirche. Hoch über den mit 115 Menschen gefüllten Sitzbänken hatte sich in der Kanzel Werner Arndt postiert. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates von Bottmersdorf/Klein Germersleben begrüßte die Gäste im Gotteshaus sehr herzlich. Er erinnerte an den Anlass dieser stimmungsvollen, abendlichen Zusammenkunft.

200.000 Euro verbaut

Nach einem Jahr der Stille erfüllte die Kirchengemeinde das Gotteshaus Sankt Andreas wieder mit Leben. Handwerker hatten in den vergangenen zwölf Monaten den Dachstuhl saniert. Die Standfestigkeit der Kirche war wegen des starken Fahrzeugverkehrs auf der nahe gelegenen Kreisstraße gefährdet und konnte durch die Bauarbeiten gefestigt werden. Über das Förderprogramm Leader zur Entwicklung des ländlichen Raums sowie durch die finanzielle Unterstützung des Kirchenkreises Egeln und durch die Lotto-Toto-Gesellschaft Sachsen-Anhalt machte sich die evangelische Kirchengemeinde Bottmersdorf/Klein Germersleben daran, den Dachstuhl der im Jahr 1637 erbauten Kirche sanieren zu lassen. Die gesamte Bausumme betrug 200.000 Euro.

Bilder

„Nach 1986 ist das die zweite Sanierung der Kirche Sankt Andreas, die ich im Namen des Gemeindekirchenrates begleitet habe“, sagte Arndt. Nach der erfolgreichen Sanierung der Kirche sei Sankt Andreas wieder fit für Gottesdienste, Konfirmationen und Taufen. Nur auf das Bespielen der aus dem Jahr 1680 stammenden barocken Orgel muss die Kirchengemeinde noch bis in das Frühjahr verzichten. Die „Königin der Instrumente“ müsse sich nach den Bauarbeiten, während der sie eingehüllt war, erst wieder an das Klima im Gotteshaus gewöhnen, um in ein paar Monaten gestimmt zu werden. Dann können die Organisten das Instrument wieder erklingen lassen.

Auch Pfarrer Theo Spielmann aus Hadmersleben begrüßte die Gläubigen und die Gäste in der Kirche Sankt Andreas in Bottmersdorf an diesem denkwürdigen Abend. Er erteilte ihnen und der gelungenen Sanierung der Kirche Gottes Segen.

Dankeschön für Engagement

Mit „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, einem Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert, eröffnete dann der Chor „Amici Carminis“ aus Bernburg unter der Leitung von Sebastian Saß das Adventskonzert. Die stimmgewaltigen Frauen und Männer erfreuten das Publikum mit traditionellen Liedern zum Fest, modernen Stücken, Gedichten und Geigenmusik.

Nach dem Konzert hatten Pfarrer Theo Spielmann und Claudia Kühle vom Gemeindekirchenrat noch eine dicke Überraschung für Werner Arndt parat. Für seinen Einsatz bei der Sanierung der Kirche schenkten sie ihm einen Gutschein für zwei Personen für einen Kurzurlaub in Nordhausen im Harz. „Und da wir wissen, wie sehr Ihnen Ihre Rinder am Herzen liegen, ist dem Urlaubsdomizil eine Galloway-Zucht angeschlossen“, sagte Spielmann. Den Gutschein bekomme Arndt jedoch erst beim Gottesdienst am Heiligen Abend geschenkt. Dann findet in Sankt Andreas von 21 Uhr an eine Andacht mit geistlicher Musik statt..