Bauamtsleiter Olaf Küpper lässt Frage, wann die neue Konstruktion montiert wird, offen

Nach zweistündigem Kran-Manöver landet Turmspitze sicher auf dem Rathausparkplatz

Von Sabrina Trieger

Der in Schiefer gedeckte Rathausturm ist gestern mit schwerer Krantechnik vom Wanzleber Rathausdach gezogen worden. Der "Flug" des Schmuckstücks in den Innenhof dauerte zirka zwei Stunden. Die Lücke im Dach wurde mit einer XXL-Plane versiegelt. Wann die neue Konstruktion eingesetzt wird, steht indes noch nicht fest.

Wanzleben l Ein Kran hat gestern den Rathausturm in zwei Teilen vom historischen Rat- hausdach gezogen.

Das Manöver erfolgte innerhalb von zwei Stunden. In Vorbereitung auf die An- und Abfahrt des Schwerlastkrans waren vorab Halteverbotsschilder in der Hohen Straße aufgestellt worden.

"Diese hatten wir 48 Stunden vorab aufgestellt, damit am ,Flugtag\' selbst die Straße für den Krantransport freigehalten wird", erklärte Bauamtsleiter Olaf Küpper gestern.

Die Lücke im Rathausdach wurde mittels einer Plane geschlossen. Derweil wurde die Schieferkonstruktion auf dem Innenhof des Rathauses platziert. Die mit giftigem Holzschutzmittel behandelten Balken sind bereits aus der Konstruktion demontiert und abstransportiert worden. Wann die Turmspitze wieder eingesetzt werde, ist noch unklar, teilte der Amtsleiter mit.

Da im Zuge der Turmarbeiten ein gesundheitsgefährdendes Holz- und Brandschutzmittel festgestellt worden war, fällt die Sanierung des Wanzleber Rathausturmes um 68000 Euro teurer aus. Die Bausumme schießt somit von eingangs veranschlagten 227572 Euro auf insgesamt 295362 Euro in die Höhe. Das Vorhaben wird im Rahmen der Stadtsanierung jeweils zu einem Drittel vom Land und Bund gefördert. Auch das eigentlich für Mitte Oktober geplante Bauende verschiebt sich um zwei Monate. Die neue Frist sieht den 14. Dezember vor.

Die Mehrkosten von 68000 Euro seien im Rahmen der Mittel für die Stadtsanierung gesichert, hatte Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke) mitgeteilt. Bei der Baumaßnahme am Rathausturm hatten Gutachter bei der Untersuchung des Holzes eine Kontamination mit Chlornaphtalin festgestellt. Das verwendete Holz- und Brandschutzmittel habe die Eigenschaft, bei Temperaturen ab 20 Grad Celsius zu gasen, hieß es. Das sei gesundheitsgefährdend.

"Aufgrund des hohen Gefährdungspotentials konnte die Kontamination der darunterliegenden Büroräume, in denen sich beispielsweise die Räume des Standesamtes befinden, sowie des im Dachgeschoss untergebrachten Archivs nicht ausgeschlossen werden", hatte Hort im Vorfeld erklärt. Die vermutlich schon vor Jahrzehnten mit dem Brandschutzmittel behandelten Hölzer müssen im Zuge der Arbeiten laut der Experten zwingend entfernt werden. Sobald die neue Turmkonstruktion, die in Quedlinburg gefertigt wurde, samt seiner historischer Spitze gerade im Dach sitzt, soll auch die Uhr wieder installiert werden.