Altenweddingen l „Alles rennt, Alles rennt! Feuer, Feuer!“ Wer diesen Alarmruf Donnerstags am Nachmittag in der alten Turnhalle in Altenweddingen am Bahrendorfer Weg hört, muss nicht panikartig die Flucht ergreifen.

Nein, diese Warnung ist nur das Startsignal für eine der Sprintübungen im Rahmen des Aufwärmprogramms der Zappelfüße. Seit neuestem haben sie und die Tänzerinnen aus der Gruppe der Tanzfehen eine Spiegelwand. So klappt die Koordination noch besser. Individuelle Fehler werden noch schneller erkannt.

„Vor ungefähr einem Jahr sind wir auf die Idee gekommen, eine Spiegelwand zu bauen. Jetzt können sich die Kinder beim Tanzen sehen. Die Koordination klappt so bei ihnen noch besser“, berichtet die Kindertanztrainerin bei den Zappelfüßen Julia Gautier.

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In einem ersten Schritt hätten die Trainerinnen der Tanzgruppen die Preise für einen komplett neuen Spiegel verglichen und festgestellt, dass es so zu teuer ist. „Da hatten wir die Idee, den Spiegel selbst zu bauen.“ Mit dem Geld aus Spenden und von Sponsoren sowie Vereinszuschüssen wurde das nötige Material gekauft.

„Tino Haas vom Fußball hat dann zusammen mit seinen Kollegen von einem Baumaschinenhersteller beispielsweise ehrenamtlich das ganze Gerüst zusammengeschweißt.“ Anschließend habe man die Spiegel und die Rückwände zurechtgeschnitten. So sei die Spiegelwand mit ihren vier Elementen fertig geworden.

Gutes Rhythmusgefühl

„Die Kinder sind mittlerweile schon so weit, dass sie gut tanzen und ein gutes Rhythmusgefühl haben. Nun fehlt noch der Schritt, dass sie sich sehen und selbst kontrollieren können, damit sie alle in einem Rhythmus sind. Das sind nun die Feinheiten an denen wir arbeiten müssen, und da ist so ein Spiegel fast unverzichtbar“, meint auch die Tanzlehrerin Stephanie Raup.

Die jungen Tänzerinnen fänden das alle ganz toll, würden natürlich aber auch des Öfteren vor den Spiegeln einfach nur herumkaspern und Grimassen zeihen. „Alles in allem sind die Kinder aber jetzt noch einen Ticken konzentrierter und versuchen, ihre Schritte mithilfe des Spiegels zu verbessern.“ Als Schatzmeisterin freut sich Raup darüber, dass das Vorhaben mit Spenden und dank des Einsatzes von ehrenamtlichen Helfern gelang.

„Die Spiegelwand ist einfach toll!“, freut sich die siebenjährige Matilda Raup, „Gutes sehen wir sofort und auch unsere Fehler können wir jetzt immer sofort berichtigen.“ Auch die achtjährige Frida Mühlenberg ist begeistert. „Wir sehen uns alle beim Tanz im Spiegel und können so unsere Figuren noch mehr abstimmen – das macht einfach jetzt noch mehr Spaß. Das war eine tolle Idee der Trainerinnen, das anzuschaffen.“

Auch Luzie Beck (6) hat mit der Spiegelwand noch mehr Spaß: „Jetzt schaffen wir das noch besser, unsere Schritte abzustimmen.“

„Für die Kinder ist das eine Topanschaffung. Jetzt sehen sie sich selber. Für sie und für uns Trainerinnen ist das eine große Erleichterung“, sagt Trainerin Juliane Koch.