Hohendodeleben l Für Landwirt Phillip Krainbring steht seit Jahren neben der Bewirtschaftung der Kulturflächen in der Börde der Schutz und Erhalt von Insekten im Mittelpunkt einer nachhaltig betriebenen Landwirtschaft. Er leitet einen Ackerbaubetrieb und macht sich unter anderem für eine Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern stark. So arbeitet er bereits mit dem Hobbyimker Yves Krone aus Niederndodeleben zusammen, der seine Bienenvölker auf Feldern nahe Hohendodeleben stationiert.

Jetzt nimmt Phillip Krainbring ein neues Projekt beim Artenschutz in Angriff. Er will bei Hohendodeleben eine Blühwiese als Lebensraum für wilde Pflanzen und Insekten wie unter anderem Wildbienen anlegen. Dazu nimmt Krainbring einen Hektar Ackerland aus der sonst üblichen Bewirtschaftung mit Raps heraus. Um den finanziellen Verlust auszugleichen, sucht der Landwirt Bienenparten für seine Blühwiese, die sich finanziell für den Artenschutz engagieren möchten.

Aktion ist ein erster Schritt

„Das Thema Artenvielfalt ist mir in den vergangenen Jahren deutlich bewusster geworden und bewusster gemacht worden. Ich habe in vielen Gesprächen mit Verbrauchern gemerkt, wie wichtig ihnen Artenvielfalt ist. Mir wurde klar, dass ich das Thema noch aktiver angehen muss. Manche Dinge kann man jedoch nicht alleine, sondern nur im Verbund schaffen. Deshalb habe ich jetzt diese Aktion gestartet, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen“, erklärt Krainbring.

Für beispielsweise fünf Euro können die Bienenpaten so einen Teil der Blühwiese von der Größe einer durchschnittlichen Küche (zehn Quadratmeter) realisieren. Damit helfen sie, den Insekten auf Phillip Krainbrings Acker zwei Jahre lang Nahrung und Unterschlupf zu bieten.

„Diese Aktion ist natürlich erstmal nur ein kleiner Schritt. Aber sie ist ein Anfang und wenn sie gelingt, ist sie vielleicht ein Modell, wie wir gemeinsam, Bürger und Landwirte, nachhaltig etwas für die Artenvielfalt tun können“, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft, das die Aktion mit seinem Verbraucher-Magazin und auf seiner Facebook-Seite begleitet. Dort finden Interessierte auch alle Infos zu der Aktion.

Weiteres Projekt mit Grundschule

Über das Magazin, eine exklusive Facebook-Gruppe und Krainbrings Social-Media-Kanäle werde der Landwirt seine Wildbienenpaten über die Blühwiese auf dem Laufenden halten, einen virtuellen Blick auf die Fläche ermöglichen und zeigen, wie sie sich entwickelt und welche Insekten sich dort ansiedeln. So werde der Erhalt der Artenvielfalt zum Gemeinschaftsprojekt für alle, die Krainbring dabei helfen, mehr als nur Naturschutz nach Vorschrift zu leisten.

Krainbring unterstützt außerdem das Projekt „Biene, Hummel und Co“ des Fördervereins der Grundschule „Friedrich von Matthisson“ Hohendodeleben. Das Projekt gliedert sich in drei Aktionsbereiche. In der Schule soll eine Bienenweide angelegt werden. Die Schüler gestalten einen Infopfad und das Projekt soll in den Sachunterricht eingebunden werden. Höhepunkt ist der Bau eines „Insektenhotels“.

Der zweite Aktionsbereich ist das Feld. Dort sollen am Feldrand Bienenweidestreifen angelegt werden. „Die Schüler sollen Verständnis der Notwendigkeit für die Landwirtschaft entwickeln“, sagt Andreas Strehlow, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule „Friedrich von Matthisson“ Hohendodeleben. Im dritten Bereich ist die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft vorgesehen. Dabei soll mit erfahrenen Imkern die Bienenwirtschaft den Schülern nahe gebracht werden.