Wanzleben l Die Stadt Wanzleben-Börde steckt voll in den Vorbereitungen zum Ausbau des Breitbandnetzes in den Orten der Einheitsgemeinde. Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Börde zum Breitbandausbau in eigener Regie. In einigen Städten und Gemeinden sind die Vorbereitungen schon wesentlich weiter, sind die Bürger schon informiert. Volksstimme-Redakteur Mathias Müller sprach mit Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) über den Stand des Ausbaus.

Volksstimme: Warum hat sich Wanzleben der Arbeitsgruppe des Kreises angeschlossen?
Thomas Kluge: Wir haben uns an der Arbeitsgruppe beteiligt, weil wir davon überzeugt sind, dass das Angebot den heutigen und vor allem den künftigen Erfordernissen entspricht. Es wird ein Netz der Stadt, wir werden für die Einwohner unserer Stadt bauen.

Wie hoch sind die geplanten Investitionskosten?
Die Vorbereitungen laufen, das Ausschreibungsverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen. Deshalb habe ich noch keine anderen belastbaren Zahlen, als im Haushalt dargestellt. Der Investitionsumfang beträgt 19,6 Millionen Euro.

Welchen Rolle spielt dabei die Beteiligung der Bürger?
Wenn ich von unserem städtischen Netz rede, dann brauchen wir die Bürgerinnen und Bürger als Partner. Ab 60 Prozent Vertragsabschlüsse wird gebaut, dann ist ein wirtschaftlicher Betrieb des Netzes möglich. Alles was unter 60 Prozent liegt, muss separat geprüft werden.

Wer ist beim Ausbau Partner der Stadt Wanzleben?
Unser Partner ist DNS:NET, ein leistungsstarker Anbieter, der auch die Informationsveranstaltungen begleiten wird, die Bürger umfassend informiert und für Fragen rund um das Thema Breitband Rede und Antwort steht.

Wie wollen Sie Betriebe und Bürger im Vorfeld des Ausbaus informieren?
Die Informationsveranstaltungen für Betriebe machen den Anfang. Die Wohnungswirtschaft (Wobau Wanzleben und Wohnungsgenossenschaften Wanzleben und Seehausen) werden noch im März informiert. Weitere Veranstaltungen für Betriebe der einzelnen Branchen wie Bau- und Metallbau, Logistik, Landwirtschaft, Handwerk und Handel folgen. Natürlich geht das Informationsangebot auch an die Mediziner unserer Stadt. Hier ist der Bedarf an leistungsfähigem Breitband ebenfalls sehr hoch. Und ich bin mir sicher, dass das Angebot des Breitbandes ab 50 Mbit/s ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung ist.

Die Bürgerinformationen beginnen dann im Juni 2018. Das ist später als ursprünglich geplant, aber immer noch rechtzeitig und eher vorteilhaft. Denn die Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger ist dahingehend sehr hoch, dass mit der Interessensbekundung entsprechend der Vertragsunterlagen auch ein Baubeginn in Sicht ist. Zurzeit haben alle den gleichen Stand. Baubeginn kann erst nach Abschluss des Vergabeverfahrens sein. Wir alle haben also noch nichts verpasst.

Was sagt der Stadtrat generell und was wird er sagen, wenn die Ausschreibungsergebnisse nicht den Planansatz von 19,6 Millionen Euro untersetzen?
Der Stadtrat steht dem Vorhaben des Breitbandausbaus in eigener Zuständigkeit sehr positiv gegenüber und dies von Anfang an. Der Blick nach vorn, die Verantwortung für Bürger und Betriebe und die Enttäuschung über die erreichten Ergebnisse der eigentlich zuständigen großen Anbieter sind Gründe dafür, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Natürlich muss das Ergebnis des Vergabeverfahrens auch zu den finanziellen Möglichkeiten passen. Die Kreditgenehmigung erfolgte mit der Maßgabe, dass neben den Fördermitteln die Wirtschaftlichkeit insgesamt gegeben sein muss. Keiner Bürgerin, keinem Bürger kann vermittelt werden, dass die Investitionen in Kindertagesstätten, Schulen, Straßen, Feuerwehrtechnik und Technik für den Bauhof auf der Strecke bleiben, weil wir uns beim Breitband übernommen haben.

Ich bitte die Bürger schon jetzt, die Informationsveranstaltungen zu nutzen. Sowie der Terminplan feststeht, erfolgt die Information auf der Homepage der Stadt und wird ein Bürgerbrief an alle Haushalte versendet.