Sülzetal l In Osterweddingen verstärkt der Trink- und Abwasserverband Börde (TAV) derzeit die Druckleitung aus dem Gewerbegebiet. Hier wird aktuell eine zweite Verbindung unterirdisch verlegt.

„Das Gewerbegebiet Osterweddingen/Sülzetal wächst kontinuierlich weiter. Somit fällt auch immer mehr Abwasser an. Damit wir hier auch künftig das gesamte Abwasser wegfördern können, legen wir eine zweite Leitung in den Boden. Zunächst einmal durch Osterweddingen“, erklärt Olaf Wachsmuth, Leiter der technischen Planung beim TAV, „in Planung ist eine Verdopplung der Leitung bis nach Schönebeck. Die neuen Rohre in Osterweddingen sind somit der Anfang einer Doppelleitung.“

Am Ende gibt es eine Doppelleitung

In einem ersten Schritt wird das gesamte Abwasser des Sülzetals aus diesen Rohren auch noch durch das Hauptpumpwerk in Sohlen fließen. Wenn die gesamte Doppelleitung bis Schönebeck fertig ist, wird das gesamte Abwasser für diesen Teilstrom am Hauptpumpwerk in Sohlen vorbei fließen.

Bei einem Vorort-Termin im Hauptpumpwerk in Sohlen beschreibt Wachsmuth den Ablauf der Abwasserentsorgung: „Wir stehen hier im wesentlichen Pumpwerk für die gesamte Gemeinde Sülzetal und eben auch für das Gewerbegebiet Sülzetal/Osterweddingen. Von hier aus wird das gesamte Abwasser aus allen Ortschaften plus Gewerbegebiet, pro Tag bis zu 2000 Kubikmeter, nach Schönebeck in die dortige Kläranlage gepumpt.“

Druckleitung endet im Hauptpumpwerk

1994 ging das Hauptpumpwerk mit dem gesamten Rohrleitungssystem in Betrieb. „Es beginnt in Altenweddingen, über Bahrendorf und Sülldorf, oder es beginnt in Langenweddingen über Osterweddingen. Es geht dann alles zusammen in eine Druckleitung, die hier in Sohlen im Hauptpumpwerk endet. Das Abwasser wird hier in einen Schacht ausgestoßen. Dann wird es noch mal gefördert und über den Berg gehoben bis in die Kläranlage in Schönebeck“, erläutert TAV-Mitarbeiter Wachsmuth.

Natürlich gab es seit 1994 einige Veränderungen. Da waren zunächst andere Pumpen drin und auch andere Sammelkessel. Auch der Sammelraum wurde im Jahr 2000 erneuert. Die Ausgasungen aus dem Abwasser, gerade der Schwefelwasserstoff, hatten den Stahlkessel zerfressen. Diese Aufgabe hat nun ein Betonbehälter übernommen. „Der erwies sich jetzt auch schon wieder als zu klein. Aus diesem Grund haben wir in den Jahren 2018 und 2019 noch einmal umgebaut“, so Wachsmuth.

Kreiselpumpen sorgen für den nötigen Druck

Zwei Kreiselpumpen sorgen für den nötigen Druck, damit das Wasser über den Berg nach Schönebeck fließt. Sie haben eine Anschlussleistung von 30 Kilowatt. Jeweils eine der Pumpen hebt das Wasser immer über den Berg. Zum Vergleich: ein Rührer für die Zubereitung eines Kuchenteigs hat 0,7 Kilowatt elektrische Leistungsaufnahme. Umso mehr Leistung eine Pumpe aufnimmt, umso mehr Kraft entwickelt sie, um eine Masse oder Flüssigkeit zu bewegen.

Da der Trink- und Abwasserverband Börde sehr viel Tonnage in Sohlen über den Berg hebt, ist solch eine immense Leistung für die Entsorgung absolut unverzichtbar. Hier müssen 17 Meter Höhenunterschied für die 2000 Kubikmeter Abwasser überwunden werden. „Aus Menge und Höhe ergibt sich die erforderliche Leistung“, erklärt der Leiter der technischen Planung Wachsmuth. Damit diese Leistung auch im absoluten Notfall immer zur Verfügung stehe, gebe es im Hauptpumpwerk in Sohlen noch eine dritte Pumpe, die dann angeschlossen würde.