Seehausen l Der Landkreis Börde hat zum 1. Juli 2019 die Leistungen des Rettungsdienstes per Gesetz für die Dauer von sechs Jahren neu vergeben müssen. Die Krankentransport und Rettungsdienst GmbH Ackermann aus Bottmersdorf in der Stadt Wanzleben-Börde ist als bewährter Partner neben DRK, Johanniter, Arbeiter Samariter Bund und Malteser weiter mit im Boot der Retter. Künftig mit zwei Wachen mehr, die in Seehausen und Niederndodeleben ihren Sitz haben. Bislang betreibt Ackermann Rettungswachen in Bottmersdorf (Wanzleben) und Osterweddingen (Sülzetal).

„Mit den neuen Rettungswachen in Seehausen und Niederndodeleben erfüllen wir alle Auflagen des Landkreises Börde. Damit sind wir seit fast 30 Jahren ein verlässlicher Erbringer des Rettungsdienstes mit unseren bisherigen Wachen in Bottmersdorf und Osterweddingen im Kreis“, sagt Gesellschafter Jens Ackermann. Während die neue Wache in Seehausen 24 Stunden am Tag im gesamten Jahr besetzt sein wird, gilt in Niederndodeleben eine 12-Stunden-Schicht. Besetzt sein werden die Wachen vom 1. Juli an mit Rettungssanitätern, Rettungsassitenten und Notfallsanitätern. Frauen wie Männer gleichermaßen. Zehn neue Fachkräfte auf dem medizinischen Sektor musste Ackermann einstellen, um diese Aufgabe bewältigen zu können. „Das war angesichts des vorherrschenden Fachkräftemangels nicht einfach, aber es ist uns gelungen“, sagt Claus Günther, Geschäftsführer der Krankentransport und Rettungsdienst GmbH Ackermann. Insgesamt wird die Bottmersdorfer Firma dann 30 Angestellte in Vollzeit haben. „Damit sind wir ein solides, mittelständisches Unternehmen“, befindet Ackermann.

Betreuung aller umliegenden Orte

Von der neuen Rettungswache in Seehausen aus wird Ackermann alle Notfälle in Ortschaften anfahren, die laut Rettungsdienstgesetz innerhalb von zwölf Minuten zu 95 Prozent erreicht werden müssen. Dazu gehören neben Seehausen weiterhin Dreileben, Eggenstedt, Klein Rodensleben, Groß Rodensleben, Remkersleben, Meyendorf, Ampfurth und Schermcke. Dabei sind die Retter die ersten am Ort des Geschehens und treffen dort mit den Notärzten im Rendezvoussystem zusammen, die aus ihren Standorten in Oschersleben, Haldensleben oder Erxleben anfahren. Sind die Ärzte zur Zeit des Einsatzes bereits anderswo beschäftigt, fliegt ein Notfallmediziner mit dem Rettungshubschrauber Christoph 36 aus Magdeburg ein. Größtensteils würden die Ackermann-Retter mit ihren Patienten dann Kliniken in Neindorf und Haldensleben anfahren, da die am Nähesten liegen.

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In Seehausen lässt Ackermann zurzeit eine frühere Kfz-Werkstatt des Hydraulikherstellers Nussbaum zur Rettungswache ausbauen. Neben dem überdachten Stellplatz für den Rettungswagen entstehen dort Aufenthalts- und Schlafräume sowie Sanitärbereiche für Frauen und Männer. Zudem ein Schulungsraum, da alle Rettungsstandortorte von Ackermann auch Lehrrettungswachen für die praktische Ausbildung sind. „Ihre theoretische Ausbildung bekommt der Nachwuchs an den Landesrettungsschulen in Magdeburg und Halle“, berichtet Ackermann. Sein Unternehmen sei seit langer Zeit bemüht, den nötigen Nachwuchs für den Rettungsdienst selbst auszubilden, um so dem deutschlandweit herrschenden Fachkräftemangel zu entgehen.

Neuer Rettungswagen

Etwa 17.000 Euro investiert das Bottmersdorfer Unternehmen in den Ausbau der Seehäuser Rettungswache. Dafür habe das Rettungsdienstunternehmen Firmen aus der Region beauftragt. „Wir wollen die Wirtschaft vor Ort ankurbeln“, sagt Ackermann.

Hinzu kommt eine Investition in Höhe von 105.000 Euro für einen neuen Rettungswagen, der in Seehausen stationiert sein wird. Der neue Wagen stehe nach Angaben von Jens Ackermann bei einer Schönebecker Firma und werde demnächst den Weg in den Bördekreis nach Seehausen auf sich nehmen. Dem folgen neue Defibratoren auf allen Ackermann-Rettungswagen, die vom Personal beim plötzlichen Herzstillstand des Patienten eingesetzt werden. Da Ackermann auch im kreisweiten Katastrophenschutz eingebunden ist, wird auf die einheitliche Ausstattung der Rettungswagen großen Wert gelegt. „Egal von welcher Hilfsorganisation oder welchem Unternehmen der Retter kommt, er muss im Einsatzfall wissen, wo sich was auf dem Wagen an Rettungsmitteln befindet“, findet Ackermann. Deshalb würden alle Rettungswagen innerhalb des Katastrophenschutzes nach dem gleichen Muster bestückt werden.