Wanzleben l „Meinetwegen können wir weiter machen wie bisher“, sagte Wanzlebens Ortsbürgermeister Tino Bauer (Linke) im Gespräch mit der Volksstimme. Zusammen mit seinen Kollegen aus dem Wanzleber Ortschaftsrat Claudia Krull (CDU) und Silke Schindler (SPD), die auch seine Stellvertreterinnen sind, sowie Sandro Meyer (SPD), Wilfried Futh (Linke) und Klaus Hahn (Einzelbewerber) zog Bauer in einem Pressegespräch eine durchweg positive Bilanz der zu Ende gehenden Legislaturperiode des Ortschafsrates Wanzleben. Ein neuer Rat wird am 26. Mai gewählt.

Ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg sei für Bauer, dass sich alle bisherigen Mitglieder des Ortschaftsrates am 26. Mai wieder zur Wahl stellen. Dem Wanzleber Rat gehören weiterhin Claus-Christian Kühne, Stefan Bartels (beide CDU) und Jan Hartmann (Linke) an. Der scheidende Ortschaftsrat trifft sich am 15. Mai zu seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode.

Als „richtig dickes Ding“ bezeichnete Bauer die 1125-Jahrfeier der Stadt Wanzleben-Börde, die in der Sarrestadt im September 2017 gefeiert wurde. Viele Beteiligte sowie alle Vereine der Stadt haben sich an dem Festwochenende beteiligt und Bemerkenswertes auf die Beine gestellt. Leider sei es dem Ortschaftsrat nicht gelungen, alle zwei Jahre ein derartiges Volksfest zu organisieren. Wobei der jährlich in Wanzleben stattfindende Weihnachtsmarkt das Ergebnis einer sehr guten Zusammenarbeit der Ortschaft und seiner aktiven Vereine sei.

Mit Blick auf das vergangene Jahr machte Bauer als besonderen Erfolg in Wanzleben fest, dass es gelungen ist, für die Stadt- und Kreisbibliothek einen Förderverein zu gründen. Ebenso haben sich engagierte Bürger in der Interessengemeinschaft Spaßbad zusammen geschlossen, um das Freibad der Sarrestadt mit Veranstaltungen noch mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

Neue Baugebiete

Erfolge in der Wanzleber Kommunalpolitik seien auch die begonnene Erschließung des neuen Baugebietes für Eigenheime im Alten Schulgarten und das Ende der Bebauung im Gebiet Am Burggraben. Zwar setze die Stadtverwaltung Wanzleben verstärkt auf eine Lückenbebauung, doch müsse nach Ansicht des Ortschaftsrates auch darüber nachgedacht werden, ein weiteres, neues Wohngebiet zu erschließen.

„Wenn wir einen Zuzug in der Stadt erreichen können, dann ist das unserer finanzieller Motor“, verdeutlichte Bauer. Denn wer ein Haus baue, zahle Steuern und verursache Nachfolgekosten, die in der Kommune bleiben würden. „Wir müssen uns auf unsere Eigenschaft als Wohnstandort konzentrieren“, sagte der Ortsbürgermeister. Schließlich biete Wanzleben alle Schulformen, habe ein dichtes Netz an Ärzten, viele Einkaufsmöglichkeiten und relativ niedrige Baupreise. Die Nähe zur Landeshauptstadt Magdeburg sei ein anderer Vorteil des Standortes Wanzleben, der in den kommenden Jahren weiter entwickelt werden müsse.

Als einen weiteren Erfolg der Kommunalpolitik in Wanzleben bewertete der Ortschaftsrat, dass es gelungen ist, vor Schulen, Kindertagesstätten und Altenpflegeeinrichtungen 30er Zonen einzurichten. „Es hat viele Jahre gedauert, bis das Land dazu eine Richtlinie erlassen hat“, sagte Bauer. Für ihn gehe die jetzige Regelung allerdings nicht weit genug. Er wünsche sich, dass die gesamte Lindenpromenade von der Burg bis zum Kreisverkehr in Richtung Klein Wanzleben zur 30er Zone erklärt werde. Schließlich würden an dieser viel befahrenen Straße etliche öffentliche Einrichtungen und der Volkspark liegen, die alle zusammen eine erhöhte Frequenz an Fußgängern mit sich bringen würden. Deren Sicherheit müsse beim Überqueren der Bundesstraße erhöht werden.

Dass der Ortschaftsrat den Verkauf des Bürgerhauses im Wanzleber Ortsteil Schleibnitz abwehren konnte, sei ein weitere Erfolg der zu Ende gehenden Wahlperiode. Nunmehr stehe der neue Ortschaftsrat vor einem weiteren Problem, da der Dachstuhl des Bürgerhauses saniert werden müsse. Die Frage, woher das Geld dafür komme, müsse geklärt werden.

Erhalt der Volkshochschule

Den Erhalt des Standortes Wanzleben der Kreisvolkshochschule machte der Ortschaftsrat als eine der dringlichsten Aufgaben in der neuen Wahlperiode aus. Wegen des Umbaus der Grundschule „An der Burg“ müsse die Volkshochschule ausziehen und suche zurzeit in der Stadt nach neuen Räumen. Ebenso seien die Sanierung des Schweinemastweges von Wanzleben nach Blumenberg, die Instandsetzung des Buswartehäuschen in Blumenberg oder des Sportlerheims am Börde-Stadion noch nicht vom Tisch. Auch müsse sich der neue Ortschaftsrat weiter um die Förderung der Vereine und um die Stärkung der Feuerwehr kümmern.

„Es war und ist unser Anliegen im Ortschaftsrat, im Interesse der Stadt Wanzleben zu handeln“, bilanzierte Silke Schindler die vergangenen fünf Jahre. Deshalb habe man auch keine Fraktionen gebildet und über Parteigrenzen hinweg agiert. Sie sehe den Ortschaftsrat als ein Bindeglied zwischen Verwaltung und dem Wanzleber Stadtrat. Der Ortschaftsrat sei der erste Ansprechpartner für die Bürger. Deshalb wünsche sie sich in der Verwaltung, der Arbeit der Ortschaftsräte eine stärkere Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Auch Claudia Krull (CDU) sehe den Ortschaftsrat als ersten Anlaufpunkt für die Bürger. Nur durch die Beteiligung der Bürger könne Kommunalpoltik erfolgreich sein.

„Die Bürger müssen ernst genommen werden und Antworten bekommen“, ergänzte Bauer. Er wünsche sich, dass in der nächsten Wahlperiode die Sitzungen des Stadtrates Wanzleben nicht nur in Seehausen stattfinden würden, sondern auch in anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde. „Die Politik muss zu den Bürgern gehen“, war sich der Wanzleber Ortsbürgermeister sicher. Bei einer Sitzung des Stadtrates in der Grundschule „An der Burg“ Wanzleben habe die gute Beteiligung der Bürger gezeigt, dass dieser Weg der richtige sei.

Wie Tino Bauer noch bilanzierte, hat der Ortschaftsrat Wanzleben in den vergangen fünf Jahren 30 Sitzungen abgehalten und an drei Sitzungen aller Ortschaftsräte der Einheitsgemeinde zum Thema Haushalt teilgenommen. Das seien hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit der neun Frauen und Männer im Interesse der Ortschaft gewesen.