Wanzleben l Wenn der Wanzleber Ortschaftsrat am 15. Mai zu seiner letzten Sitzung dieser Wahlperiode zusammen kommt, dann werden sich die neun Mitglieder abermals mit dem Festplatz der Sarrestadt zu beschäftigen haben. Das taten sie bereits bei ihrer vergangenen Sitzungen als sich Ortsbürgermeister Tino Bauer (Linke), Ortschaftsrat Sandro Meyer (SPD) mit Erik Peter, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Feuerwehr in Wanzleben, und Susanne Konczalla, Jugendwartin der Freiwilligen Feuerwehr Wanzleben, vor der Tagung auf dem Festplatz zu einem Vororttermin trafen.

Zu diesem Zeitpunkt war ein Teil des Festplatzes mit riesigen Mengen an Baumschnitt belegt, den Mitarbeiter des Wanzleber Bauhofes dort abgeladen hatten. Weshalb sich die Wanzleber Jugendfeuerwehr ihr Möglichkeit beraubt sah, dort wie üblich zu üben. Auch ist der Förderverein von seinem bisherigen Plan abgerückt, auf dem Festplatz sein jährliches Osterfeuer zu veranstalten. Als Grund machte Wanzlebens Ortsbürgermeister Bauer die hohen Entsorgungskosten für die Asche aus, die der Verein nach dem Abbrennen zu tragen habe. Deshalb hatte sich der Förderverein entschlossen, erstmals ein Osterbrennen auf dem Hof der Feuerwache in der Lindenpromenade zu veranstalten. Es findet am Gründonnerstag, 18. April, statt.

Bestrebungen seit 2017

Die Nutzung des Festplatzes zu Übungszwecken durch die Jugendfeuerwehr und die aktive Abteilung der Feuerwehr Wanzleben ist nur ein Teil des Sachverhaltes, wie Kai Pluntke, Ordnungsamtsleiter der Stadt Wanzleben-Börde, berichtet. Bereits seit dem Jahr 2017 gebe es in der Stadt Bestrebungen, die Nutzung des Festplatzes zu verändern. Kern dabei ist, dass der Sportverein Blau-Weiß Empor Wanzleben womöglich einen Teil des Festplatzes pachten wolle, um dort perspektivisch unter zu Hilfenahme von Fördermitteln des Deutschen Fußballbundes einen Kunstrasenplatz anzulegen. Dafür würde der Verein jedoch eine Fläche des städtischen Festplatzes in unmittelbarer Nähe des Börde-Stadions nutzen wollen, die zurzeit an die Schützengilde Wanzleben verpachtet ist. Die Schützen nutzen diesen Bereich als Bogenschießplatz und haben ihn deshalb zu diesen Zwecken mit Scheiben und Schutzwänden hergerichtet. Der Pachtvertrag der Schützengilde mit der Stadt über das Areal laufe bis 2025. Grundsätzlich seien die Schützen bereit, eine andere Fläche des Festplatzes als Bogenschießplatz zu nutzen, heißt es von Kai Pluntke. Voraussetzung sei jedoch, dass der neue Platz vom Sportverein Blau-Weiß Empor dafür hergerichtet werden müsse.

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Der Wanzleber Festplatz hat eine Größe von 11.087 Quadratmetern. Der Bogenschießplatz misst 5060 Quadratmeter. Der hintere Teil des Festplatz mit einer Fläche von 5900 Quadratmetern wird nicht genutzt. Unabhängig von den Möglichkeiten der zukünftigen Gestaltung des Areals, das auch für andere Veranstaltungen genutzt werde, sei es nach den Worten von Pluntke im Interesse der Stadtverwaltung, die Größe des Festplatzes zu reduzieren. Es sei durchaus möglich, im vorderen Teil des Grundstücks straßenbegleitend zwei Wohnhäuser zu bauen und den hinteren Teil als Festplatz zu nutzen.

Mittlerweile hat die Stadt Wanzleben den Grünschnitt vom Festplatz entfernen lassen. „Die Jugendfeuerwehr und die aktiven Kameraden der Wanzleber Feuerwehr können den Festplatz natürlich weiter zu Übungszwecken nutzen“, versicherte Ordnungsamtsleiter Pluntke. Auch sei es möglich, dass die Jugendwehr für ihre Übungen den Sportplatz in Schleibnitz nutze.

„Jeder hat den Festplatz irgendwie genutzt, jetzt ist das Thema wieder hoch gekocht“, sagt Kai Pluntke. Für ihn sei es aus Sicht der Stadtverwaltung wichtig zu erfahren, wie sich alle Akteure die Nutzung in Zukunft vorstellen würden. Deshalb wird es vor der Wanzleber Ortschaftsratssitzung einen Vororttermin mit allen Beteiligen geben.