Ummendorfer Theatersommer mit Premierenvorstellung am 20. Juni

Otto der Große erwählt ein Landei

Von Ronny Schoof

Otto der Große hat seine Editha natürlich in Ummendorf kennen und lieben gelernt. Wie könnte es denn anders sein? Sind in der 20-jährigen Geschichte des hiesigen Theatervereins doch auch schon die Geschicke andere Berühmtheiten und Regenten der Historie in Ummendorf entscheidend beeinflusst worden.

Ummendorf l Ein Theaterstück über Kaiser Otto I. (912 - 973) habe Gunther Hirschligau einfach unter den Nägeln gebrannt: "Ein Lustspiel, das in der Zeit angesiedelt ist, als Otto auf seine spätere Frau traf, dieser Gedanke war schon länger gereift." Nur musste der Autor es noch so schustern, dass sich sein Heimatort einmal mehr ungeahnt zum Dreh- und Angelpunkt aufschwingt - diesmal für die königlichen Geschlechter des 10. Jahrhunderts. "Also lasse ich Otto auf dem Weg vom thüringischen Memleben nach Magdeburg in Ummendorf Station machen, wo er die Schwestern Editha und Elgiva kennenlernt, die beide um ihn werben", so Hirschligau zur Rahmenhandlung des diesjährigen Bühnenstücks des Ummendorfer Burghoftheaters mit dem vielsagenden Titel "Ottos kleine Liebespfalz".

Zur Sicherheit betont der schreibende Pfarrer: "Die Geschichte ist selbstverständlich wieder erfunden, aber versetzt mit Anspielungen auf und Anlehnungen an historische Tatsachen beziehungsweise überlieferte Legenden aus jener Zeit."

Zupass kommt Hirschligau, dass Aufzeichnungen aus der ersten Jahrtausendwende allenfalls dürftig bis verklärt sind: "Was damals wirklich geschah - keiner hat es aufgeschrieben. Daher ist es eine wunderbare Sache, sich in diese alte Welt hineinzudenken." Dies hat er intensiv über den Winter getan, zwischen November und Januar entstand das Stück für den Jubiläumssommer. Hirschligau kam zu dem Schluss, "dass die Menschen damals lachten und weinten, hassten und liebten, mutig und ängstlich ihren Alltag meisterten, nicht anders als wir heute." Daher sei es vor allem eine Geschichte geworden, die auf ebendiese zeitlosen Emotionen aufgebaut sei.

Erste Kostümprobe am Sonnabend

45 Akteure plus Tanzgruppe und damit so viel wie noch nie seit 1995 erwecken die Liebes-pfalz zum Leben. "Zum Jubiläum wollten und sollten alle verfügbaren Darsteller zumindest eine kleine Rolle bekommen", erklärt Hirschligau, "darum ist es auch wieder ein längeres Stück geworden."

Diesen Sonnabend erfolgt die erste Bühnenprobe in Kostümen, entgegen der üblichen Proben bereits ab 9 Uhr. Mit dabei sein wird die professionelle Theaterschauspielerin Rimma Chibaeva aus Hötensleben. "Sie gibt uns wertvolle Tipps, denn wir sind nun mal eine Laiengruppe, und betreibt etwas Sprecherziehung, was sehr wichtig ist für Bühnenvorträge im Freien ohne große Tonunterstützung", ist Gunther Hirschligau dankbar für die Hilfe.