38 von 49 Verwaltungsmitarbeitern stimmen Arbeitszeit- und Lohnreduzierung zu

Personalkosten gesenkt: Verwaltung spart mit neuem Modell 80000 Euro pro Jahr

Von Sabrina Trieger 25.08.2012, 05:16

Der Forderung, dass im Zuge der Konsolidierung auch die Verwaltung sparen soll, sind 38 von 49 Beschäftigten nachgekommen. Sie haben dem neuen Arbeitszeitmodell freiwillig zugestimmt. Bis 2017 soll die Ersparnis pro Jahr rund 80000 Euro betragen. Jeder der 38 Mitarbeiter verzichtet in den fünf Jahren insgesamt auf bis zu 5000 Euro.

Wanzleben l Die Konsolidierungsmaßnahme Personalkosten innerhalb der Verwaltung zu senken, ist mit der Einführung des Arbeitszeitmodells bereits umgesetzt worden. 38 von insgesamt 49 Verwaltungsmitarbeitern haben dem Konzept auf Arbeitszeit- und Lohnreduzierung bereits freiwillig zugestimmt. Bis 2017 würde laut Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke) so jeder einzelne auf bis zu 5000 Euro verzichten. Mit der Kürzung des Lohnes geht auch die Minimierung der Arbeitszeit einher. Die 38 Mitarbeiter haben ihre Arbeitszeit von einer 40-Stunden- auf eine 36-Stunden-Woche reduziert. 38 Stunden werden bezahlt, teilte Petra Hort mit.

Im Oktober will sie den Stadträten nach einer Auswertung der Amtsleiterberichte aufzeigen, wie sich mit der Einführung des Modells der Arbeitsalltag geändert hat. "Schon jetzt finde ich es anerkennenswert, dass 38 Mitarbeiter der Stundenreduzierung bei Verringerung ihres Gehalts freiwillig zugestimmt haben. In unseren Prognosen waren wir immer von 20 ausgegangen", erzählt Hort. Das Modell, das auf eine Laufzeit von fünf Jahren begrenzt ist, musste im Vorfeld vom Innenministerium, dem Landkreis und dem Arbeitgeberverband genehmigt werden. Damit soll die Einsparung bis Mai 2017 mehr als 80000 Euro pro Jahr betragen. "Für dieses Jahr gilt mit der Einführung zum 1. Juni nur die Hälfte", merkt die Verwaltungschefin an.

Im Rahmen der diesjährigen Haushaltskonsolidierung lag das besondere Augenmerk zum Thema Sparen auf dem Personalkostenblock aufgrund seines Umfangs im Verwaltungshaushalt von 42,42 Prozent. Die Verwaltung war mit einem Beschluss auf Antrag der CDU-Fraktion im Frühjahr damit beauftragt worden, ein Personalkonzept zu erarbeiten, um die Verwaltungskosten zu senken.

Im Plan stehen für 2012 Ausgaben für das Personal von 8015000 Euro. Durch die Tarifsteigerungen erhöht sich diese Summe in diesem Jahr um 149374 Euro auf 8164374 Euro.

Die Lohnzahlungen für die 49 Mitarbeiter der Kernverwaltung (plus sechs in Altersteilzeit) schlagen nach der Tariferhöhung mit 2723214 Euro zubuche. Für das Kita-Personal werden Personalkosten in Höhe von 4048588 Euro und für die Gemeindearbeiter 774800 Euro fällig.

Bei den 85 Erzieherinnen (davon sind acht in Altersteilzeit) und 21 Gemeindearbeitern (zwei in Altersteilzeit) sei das Kernverwaltungsarbeitszeitmodell nicht umsetzbar, sagte Hort. "Die Einsparmöglichkeiten bei den Kita-Kräften sind hier durch den gesetzlich vorgegebenen Betreuungsschlüssel begrenzt." Das Personalkonzept der Stadt sieht bei den Gemeindearbeitern langfristig vor, eine Kraft auf 3000 Einwohner zu beschäftigen. "2014 wird der Stadtrat entscheiden müssen, ob dieser Arbeitsbereich auszugliedern ist."

Ab 2016 bis 2024 könnten mit einem Mindestalter von 63 Jahren 22 Mitarbeiter ausscheiden. Danach gebe es im Rathaus noch 24 Mitarbeiter einschließlich des Bürgermeisterpostens. Benötigt würden aber 36 Vollzeitkräfte. "Um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, sollte rechtzeitig mit der Eingliederung junger Fachkräfte begonnen werden", meinte Hort. In diesem Jahr war die Ausbildungsstelle erstmals nicht besetzt worden. Ab 2013 wolle die Verwaltung wieder einen Lehrling ausbilden. Dann soll auch Geld in neue Computertechnik gesteckt werden. "Die Rechner im Rathaus sind zwischen 10 und 15 Jahre alt, da muss dringend etwas passieren", erklärte Hort die geplante Investition. Wieviel Geld dafür in den Haushalt 2013 eingestellt werden muss, sei noch unklar.