Berlin/Hohendodeleben l „Es war aufregend und schön. Bis kurz vor der Preisverkündung hätte ich nicht gedacht, zu gewinnen“, sagte am Donnerstag der Hohendodeleber Landwirt Phillipp Krainbring. Er hatte gerade eine kurze Nacht hinter sich und am Vorabend im früheren Berliner Kino „Kosmos“ zusammen mit seiner Frau Julia Krainbring (29) an der Gala zur Vergabe des „CeresAward“ teilgenommen. Bis zum Schluss habe er es nicht für möglich gehalten, zu gewinnen. Zu stark schätzte er die Konkurrenz seiner Mitbewerber und ihre guten Ideen für eine zeitgemäße und moderne Landwirtschaft ein.

33 Kandidaten im Finale

Krainbring war einer von 33 Finalisten, die sich in elf Kategorien um den Titel bewarben, drei in jeder. Krainbring gewann in der Kategorie „Ackerbauer des Jahres“. „Dass ich überhaupt an diesem Preis teilnahm, hat meine Frau Julia verursacht. Sie hat mich im Winter zuvor für diesen Preis nominiert“, sagte Phillipp Krainbring. Sein Vater Stefan Kainbring hatte 2015 in der Kategorie „Ackerbau“ den Titel dieses Landwirtschaftspreises gewonnen. Der 58-Jährige bewirtschaftet seinen Betrieb in Schleswig Holstein in der Ostholsteiner Schweiz.

Krainbring betreibt auf facebook und instagram zwei Social Media Kanäle, um Themen aus der Landwirtschaft aus seiner Sicht darzustellen und um den Verbrauchern mögliche Vorurteile zu nehmen. Außerdem hat er mit gleichgesinnten Partnern einen Blog ins Leben gerufen, in dem er sich als „Erklärbauer“ betätigt.

„Über 240 Bewerbungen sind dieses Jahr für den CeresAward eingegangen – neuer Rekord“, sagte Dr. Uwe Steffin, Chefredakteur von „agrarheute“. „Immer mehr Landwirte suchen den Dialog mit den Verbrauchern und nutzen den Preis, um ihre Arbeit zu erklären. Neueste Studien zeigen, dass Landwirte und Verbraucher in kritischen Themen gar nicht weit auseinanderliegen. Diese Missverständnisse sollten ausgeräumt und der Gesprächsfaden wieder aufgenommen werden“, sagt Steffin.