Wanzleben l Nach zwölf Jahren hat sich der Verein zur Förderung der Feuerwehr in Wanzleben von seinem alljährlichen Osterfeuer auf dem Festplatz am Rande von Wanzleben verabschiedet und sich am Abend des Gründonnerstages auf das Gelände der Feuerwehr zurückgezogen. Um die Nutzung des Festplatzes war unlängst in der Sarrestadt eine Diskussion wieder aufgeflammt. Die Stadt will das weitläufige Areal besser ausnutzen und sich deshalb mit den Akteuren von Feuerwehr, Sportverein Blau-Weiß Wanzleben und Schützengilde demnächst beraten.

Die derzeit laufende Diskussion um ein neues Nutzungskonzept für den Festplatz hat die zunächst wieder verworfenen Gedanken neu beflügelt. Schon seit 2017 gibt es in der Stadt Bestrebungen, den Festplatz anders zu nutzen, als nur als Osterfeuerplatz sowie Übungsgelände für die Jugendfeuerwehr und die Einsatzabteilung der Wehr. So wird zum Beispiel diskutiert, dass der Sportverein Blau-Weiß Empor Wanzleben mithilfe von Fördermitteln des Deutschen Fußballbundes einen Kunstrasenplatz auf der derzeit als Bogenschießplatz genutzten Fläche anlegen möchte. Das setzt voraus, dass die Schützengilde Wanzleben mit ihrem Bogenschießplatz auf eine andere Fläche – vielleicht auf dem Festplatz – umzieht. Zudem ist es möglich, dass auf einem Teil des Festplatzes Wohnhäuser entstehen.

Premiere kam gut an

Ungeachtet dessen kann der Feuerwehrförderverein mit der Entscheidung zu etwas Neuem in diesem Jahr nicht viel falsch gemacht haben. Zahlreiche Gäste fanden den Weg zum Gelände der Feuerwehr in der Lindenpromenade und genossen die Gemütlichkeit in Gesellschaft bei bestem Wetter. Bis auf den Standortwechsel und das etwas kleinere Feuer hat der Verein am Konzept der Vorjahre festgehalten.

„Wir wollten mal was anderes ausprobieren, ein Heimspiel sozusagen“, sagte Eric Peter, Vorsitzender des Fördervereins der Wanzleber Feuerwehr, zur neuen Idee eines Osterbrennens. Das Feuer loderte in einer großen Feuerschale. Hintergrund für die Idee, die schon seit einiger Zeit im Raum steht, war nach Peters Aussage vor allem der logistische Aufwand, den die Vereinsmitglieder mit Kameraden der Feuerwehr und der Alters- und Ehrenabteilung immer wieder in der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung bewältigen mussten. Da musste vieles vom Feuerwehrhaus in der Lindenpromenade zum Festplatz transportiert werden, um die Versorgung der Besucher zu gewährleisten. Ein Zelt zum Schutz vor Kälte und Niederschlägen wurde ebenfalls jedes Mal aufwendig aufgebaut. Und wenn die letzten Gäste den Heimweg angetreten hatten, war für die Vereinsmitglieder noch lange nicht Schluss. Dann ging es ans Aufräumen und alles wurde wieder zurück ins Feuerwehrhaus gebracht. Auch war die Entsorgung der Asche eine finanzielle Belastung für den Verein.

Da stellte sich die neue Situation, die die Entscheidung zur vielleicht etwas kleineren Variante des Osterbrennens mit sich bringt, schon komfortabler für den Verein dar. Lange Anfahrtswege entfielen und das Aufräumen nach der Veranstaltung konnte ganz in Ruhe erledigt werden. Die Fahrzeuge waren in der Fahrzeughalle Tischen und Bänken für das gemütliche Zusammensitzen gewichen.

So begann die Veranstaltung mit einem Fackelumzug durch die Stadt, bei dem erneut der Spielmannszug der Feuerwehr Biere den Ton angab. Viele „Mitläufer“ fanden sich auf dem Markt ein und schlossen sich dem Zug an. Am Feuerwehrhaus angekommen, verschafften sich die Musiker immer wieder Gehör. Die Vereinsmitglieder hatten am Getränkestand, am Grill und an der Gulaschkanone alle Hände voll zu tun. Die Schlange derer, die Hunger auf Schichtkohl aus der Gulaschkanone sowie Bratwurst und Buletten hatten, riss über Stunden nicht ab. DJ Bernd Linke sorgte mit Musik vom Band und flotter Moderation für Unterhaltung. „Auch die Schausteller mit dem Kinderkarussell und dem Süßwarenstand sind schon seit Jahren dabei“, erklärte Peter. Die Einsatzabteilung und die Jugendfeuerwehr sicherten den Fackelumzug und das Osterbrennen selbst ab.