Sportfest und Jubiläumsfeier unterm Völpker Hallendach - Gerhard Reimann erhält hohe Auszeichnung

Pulsierend herzlich: 30 Jahre Gesundheitssport

Von Ronny Schoof

Reihenweise Ehrungen, Gratulationen und Glückwünsche begleiteten die Jubiläumsfeier der Völpker Herzsportgruppe. Die Zahl 30 war dabei omnipräsent - ebenso wie der Name Gerhard Reimann.

Völpke l Zu viel der Ehre konnte es für den Übungsleiter und Sportwart der Gruppe gar nicht geben. Seit drei Jahrzehnten ist Gerhard Reimann (83) fest mit ihr verbunden, ist Kopf und Seele für den Völpker Herzsport. Ausdruck dieser tiefen Verwurzelung war die Ehrung durch den Behindertensportverband Sachsen-Anhalt; Vizepräsident Norbert Block verlieh Reimann die zweithöchste Auszeichnung des Verbands unter donnerndem Applaus der anwesenden Mitglieder, die ihr Wohlgefallen darüber mit lauten "Bravo!"- und "Recht so!"-Rufen bekundeten. Der Geehrte war schwer gerührt, verkniff sich ein paar Tränchen - nur um den Dank an seine Familie, die Mitbegründer, Wegbegleiter und aktiven Sportler weiterzureichen.

Die feierliche Zeremonie zum 30-jährigen Bestehen der Gruppe in der Völpker Sporthalle ging fürwahr ans Herz. Allenthalben lobten die Festredner die Institution als solche, das Zusammenspiel der ehrenamtlichen Akteure wie auch den erkennbaren Zusammenhalt aller. Hans-Joachim Jakobi, Jugendamtsleiter in der Kreisverwaltung und stellvertretend für Landrat Hans Walker anwesend, meinte: "Ich bin sehr beeindruckt, mit welch jugendlichem Elan Gerhard Reimann Sie alle noch \\\'zusammenpfeift\\\', die Übungen organisiert und wie reibungslos alles funktioniert. Am liebsten hätte ich heute selbst noch Trainingsanzug und Turnschuhe angezogen, um mitzumachen."

"Eine Atmosphäre des Zusammenhalts"
Dr. Michael Berg

Gemeint war das 20. Sportfest, das der Feierstunde vorangestellt war. Dem Anlass entsprechend hatte Reimann in seinem Hobbykeller 20 bewegungsfördernde Stationen vorbereitet, die Geschick, Konzentration und etwas Glück erforderten und passende Namen wie "Herz auf Herz", "Das Tor zum Glück" oder "Die große Vene" trugen. Nach einer dreiviertel Stunde hatten die rund 50 Teilnehmer, getrennt in Männer- und Frauenriegen, sämtliche Stationen durchlaufen und konnten sich dem offiziellen Teil des Abend mit anschließendem reichhaltigen Buffet widmen. Zwischendurch konnte man eingehende Blicke auf die sieben großen Schautafeln werfen, welche Entwicklung und Höhepunkte des Vereinslebens dokumentierten. Erstellt hatte sie - na, klar - Gerhard Reimann.

Am Sportwart selbst war es, in der Festrede die 30 Jahre seit der Gründung am 23. November 1981 Revue passieren zu lassen. Reimann erinnerte an die Anfänge, die wie spätere Zeiten auch von breiter Unterstützung vieler Seiten geprägt waren. "Die Wende hat für uns als Gruppe nur Gutes gebracht", so der Übungsleiter, "denn wir hatten plötzlich neue Sportgeräte zur Verfügung, eine Sportversicherung und vieles mehr. Alles lief wunderbar und hätte besser nicht sein können - bis das Feuer alles vernichtet hat." Doch auch den Hallenbrand im August vor zehn Jahren habe man im Kollektiv überstanden; er habe es sogar noch mehr zusammengeschweißt, wie auch Dr. Michael Berg, Vorsitzender des Behindertensportvereins Oschersleben, zu dem die Herzsportgruppe gehört, feststellte: "Hier trifft man eine Atmosphäre des Zusammenhalts und der Freude an. Die Verbundenheit aller wurde nach dem Brand sehr deutlich. Ein großer Dank an Sie, an die begleitenden Ärzte, an unsere Partner und auch an die Gemeinde für die kostenlose Hallennutzung, was die Vereinsarbeit erheblich erleichtert."

Gerhard Reimann befand schließlich: "Ich bin glücklich, solch eine Gruppe leiten zu dürfen." Auch er dankte dem Vereinsvorstand und den Sponsoren und ließ wissen: "Wenn ich 90 werde, steige ich aus ..."