Wanzleben l Das RBB-Duo in Wanzleben ist wieder komplett. Polizeihauptmeister Ralf Wolfram rückt als neuer Regionalbereichsbeamter (RBB) für Lothar Pott (62), der mit dem Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet worden war, nach. Gemeinsam mit Polizeihauptmeister Peter Zaehle wird der „Neue“ ab sofort in der Einheitsgemeinde unterwegs sein.

Dass die Stelle zeitnah neu besetzt werden konnte, begrüßte bei der offiziellen Vorstellungsrunde Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge außerordentlich: „Für den Bürger ist es wichtig, dass er einen Polizisten auch mal auf der Straße sieht.“

Nachfolge für Lothar Pott

Seit dem Einzug der RBB vor knapp vier Jahren pflegt die Stadt mit der Polizei eine enge Ordnungspartnerschaft. Regelmäßige Kontrollfahrten oder gemeinsame Fußstreifen durch die Gemeinden soll es auch in Zukunft geben.

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„Auch in unregelmäßigen Abständen als Spätdienst. Da wir keinen eigenen Straßenordnungsdienst haben, sind wir darüber, die beiden Regionalbereichsbeamten an unserer Seite zu haben, mehr als froh“, fügt Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke hinzu.

Das sei beispielsweise bei Kontrollen von Feldwegen sehr von Vorteil. „Denn als Ordnungsbehörde dürfen wir keinen fließenden Verkehr, also beispielsweise Verkehrssünder, die die Feldwege illegal als Abkürzung nehmen, anhalten. Das Recht obliegt nur der Polizei“, erläutert Pluntke den amtlichen Mehrwert den er hat, wenn die RBB mit ihm unterwegs sind.

Gemeinsame Kontrollen von Stadt und Polizei

Auch verkehrstechnische Probleme, die von Bürgern immer wieder der Behörde gemeldet werden, können gemeinsam mit den Beamten auf kurzem Wege abgesprochen und geklärt werden, sagt der Amtsleiter. Erklärtes Ziel sei auch, „dass wir auch in diesem Jahr wieder einmal flächendeckend Hundehalter auf die Steuerplakete ihres Vierbeiners ansprechen wollen. Da wäre es auch gut, wenn die Polizei zur Feststellung der Personalien wieder mit dabei wäre.“

Auf die in Wanzleben neu zu besetzende RBB-Stelle hatten sich rund 20 Beamte beworben. Die Wahl fiel auf Ralf Wolfram, der seit 1982 im Dienste der Polizei steht. Der Oschersleber ist verheiratet und hat neben drei Kindern auch schon vier Enkel.

Vorher lange Zeit im Streifen- und Verkehrsdienst für den Bereich Oschersleben tätig, erklärt der 56-Jährige seinen Wechsel nach Wanzleben so: „Hier habe ich die Möglichkeit, mir Zeit für den Bürger zu nehmen und Probleme zu lösen. Es ist schön, an der Basis zu sein.“

20 Bewerber

Die beiden Regionalbereichsbeamten sind sowohl für die Bürger Ansprechpartner der Polizei als auch für die Verwaltung der Gemeinde. „Sie suchen bei ihren Touren durch die Dörfer entweder zu Fuß oder mit dem Dienstwagen den Kontakt zum Bürger und pflegen die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt“, beschreibt Polizeidirektor Jörg Gebur das Tätigkeitsfeld.

In naher Zukunft will sich Ralf Wolfram als „Neuer“ auch in den Grundschulen und Tagesstätten vorstellen. Schließlich sind die Bildungsstätten auch künftig ein wichtiger Anlaufpunkt der Polizeibeamten, die neben den regelmäßigen Kontrollen des Schulwegs auch präventive Vorträge in den Sekundar- und Grundschulen sowie in Tagesstätten halten. „Wir sind für jeden Bürger da“, richtet sich der Regionalbereichsbeamte an die Einwohner der Stadt Wanzleben - Börde, die einen polizeilichen Rat brauchen.

Ansprechpartner für Bürger

Mit der jüngsten Auswertung der Frage, wie oft in Wanzleben Bürger vor Ort eine Anzeige aufgegeben haben, ist der Wachbereich der Außenstelle Wanzleben seit Anfang März nicht mehr rund um die Uhr besetzt, informiert die Polizei weiter. Notsituationen können außerhalb der Sprechzeiten über den Notruf 110 mitgeteilt werden.

Die beiden RBB bieten im Wanzleber Rathaus, Roßstraße 44, indes eigene Sprechzeiten an. Ralf Wolfram und Peter Zaehle sind am Dienstag von 13.30 bis 18 Uhr sowie am Donnerstag von 13.30 bis 15 Uhr (sofern kein Einsatz ist) anzutreffen.

Außenstelle soll erhalten bleiben

Früher mal eigene Dienststelle, soll die Außenstelle in Wanzleben für die Streifenwagenbesatzung aber auch weiterhin erhalten bleiben. Seit 2014 kein Revierkommissariat mehr, rückt von hier derzeit nur noch der Streifenwagen aus.

Eine 24-Stunden-Besetzung sei hier auch schon allein aus personellen Gründen einfach nicht mehr machbar. „Um so eine 24-Stunden-Stelle im Dienst- und Urlaubsplan abzudecken, braucht es mindestens sieben bis acht Polizisten“, rechnet Polizeidirektor Jörg Gebur vor. Und personell befinde sich die Polizei in diesem Jahr ohnehin schon in einem absoluten Tief, brachte er es auf den Punkt.

Die Fäden für die Neubesetzung von zwei weiteren RBB-Stellen, eine in der Niederen und eine in der Westlichen Börde, laufen bei Oberkommissar Sebastian Richter in Haldensleben zusammen. Er hat in allen 13 Einheits- und Verbandsgemeinden des Landkreises insgesamt 26 RBB.