Seehausen l Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch (Freie Wähler) wirkte erleichtert, als er bei der Weihnachtsfeier für die Senioren im Vereinshaus „Zur Sonne“ mitten in der Stadt verkünden konnte, dass der Plan vom Tisch sei, im Gerätehaus der Feuerwehr eine Rettungswache zu installieren. „Wäre die Rettungswache gekommen, wären etliche Kameraden aus dem aktiven Einsatzdienst der Feuerwehr Seehausen ausgestiegen“, verdeutliche Jockisch.

Durch den Einzug der Rettungswache in zuvor von Bauhofmitarbeitern in dem gemeindeeigenen Gebäudekomplex genutzte Räume und der Nutzung eines Stellplatzes durch den Rettungswagen in der Feuerwehrgarage, sahen sich die Kameraden und ihr Förderverein in ihrer ehrenamtlichen Arbeit sehr eingeschränkt. Deshalb hatten sie gegen den Plan des Wanzleber Rathauses, die Räume und den Stellplatz womöglich an einen Rettungsdienst zu vermieten, Protest eingelegt. Die Stadt hatte sich durch die Miete Mehreinnahmen für den Haushalt versprochen und die Bedenken der Feuerwehrleute wegen des eingeschränkten Platzangebotes nicht geteilt. Gleichwohl hätte es beim Einzug der Rettungswache in das Gerätehaus bauliche Veränderungen geben müssen, da es sich dabei um eine gewerbliche Nutzung gehandelt hätte.

Wie Jockisch vor der älteren Generation sagte, habe ihn eine Nachricht aus dem Wanzleber Rathaus erreicht, wonach ein Anbieter, der sich beim einer öffentlichen Ausschreibung des Landkreises Börde für den Rettungsdienst beworben habe, den Zuschlag nicht bekommen habe. Hätte dieser Anbieter den Zuschlag bekommen, in diesem Teil des Kreises den Rettungsdienst für die Bevölkerung zu leisten, wäre damit womöglich der Bau einer Rettungswache im Feuerwehrgerätehaus verbunden gewesen. Vielmehr sei jetzt ein weiterer Anbieter im Gespräch, der eine Rettungswache womöglich in dem leer stehenden Seehäuser Penny-Markt an der Dreilebener Straße bauen wolle. Das sei aus Sicht von Jockisch eine bessere Lösung als die im Feuerwehrgerätehaus, zudem der andere Standort viel Platz und Parkplätze biete.

Wie Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) am Donnerstag auf Volksstimme-Anfrage sagte, sei die Ausschreibung des Rettungsdienste Sache des Landkreises Börde und die Stadt habe damit nichts zu tun. Seiner Kenntnis nach laufe das Verfahren noch, so dass zu möglichen Anbietern keine Aussage getroffenen werden könne. „Wir waren nur kurz im Boot, weil wir die Anfrage zum ehemaligen Bauhof hatten. Nun bleibt die Nutzung in unserer Hand. Vorrang hat die Feuerwehr. Beratungen laufen dann ab Januar mit dem Ortsbürgermeister“, sagte Kluge.

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Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch kündigte an, dass es zu Beginn des neuen Jahres eine Versammlung mit allen Vereinen über die weitere Nutzung der freien Räume geben werde.