Klein Wanzleben l Erneut hat die Klein Wanzleber Kirchengemeinde einen Fördermittel-Antrag bei der Lokalen Aktionsgruppe Leader Bördeland (LAG) eingereicht, um den Rest des 1850 erbauten, ehemaligen Pfarrhauses sanieren lassen zu können.

„Geplant ist, die gesamte Fassade ausbessern und neu verfugen zu lassen. Der Treppenaufgang soll auch komplett neu gestaltet werden. Mit auf dem Bauplan stehen auch die Fußböden der beiden Gemeinderäume sowie der des Büros. Zudem müssen die Leitungen dringend auf den aktuellen Stand gebracht sowie eine Brennwerttherme eingebaut werden“, beschreibt Knut Freese von der evangelischen Kirchengemeinde auf Nachfrage das Bauprojekt. Das Sanierungsvolumen beläuft sich so auf knapp 186 000 Euro.

Finanzielle Hilfe vom Landkreis steht aus

75 Prozent der Summe seien förderfähig, merkt Freese an. „Der Kirchenkreis Egeln, die AKB-Stiftung und die Kirchengemeinde beteiligen sich an den restlichen 25 Prozent. Es ist auch eine finanzielle Unterstützung beim Landkreis Börde beantragt worden, über die aber auch noch entschieden werden muss“, berichtet der Klein Wanzleber.

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Gibt es im Sommer für die Sanierung des alten Pfarrhauses, das heute als Gemeindezentrum genutzt wird, grünes Fördermittel-„Licht“ könne mit einem Baustart an der Fassade frühestens im September gerechnet werden.

Rätsel um Kraterlandschaft

Für das Kirchenobjekt wäre das dann binnen kürzester Zeit schon der zweite Bauabschnitt. Der erste konnte bereits im Vorjahr beendet werden. Dabei waren die Haustür und der Fußboden im Eingangsbereich erneuert worden. Der Flur glich hier seit Jahren einer Kraterlandschaft. Warum sich der Fußboden im Flur so ominös wie ein Buckel angehoben hatte, konnte übrigens auch im Zuge der Bauarbeiten nicht geklärt werden.

„Für die Begradigung des Fußbodens und den Einbau einer behindertengerechten Toilette hatten wir eine 80-prozentige Leader-Förderung beantragt. Die Investitionssumme belief sich auf insgesamt rund 77 000 Euro. Gefördert wurden knapp 52 000 Euro. Den restlichen Anteil stemmten der Kirchenkreis und die Kirchengemeinde“, erklärt Knut Freese.

Neue Projekte

Er hat auch schon das nächste Projekt im Auge hat. Und zwar die Neugestaltung des „kahlgeschlagenen“ Kirchgartens. Denn seit dem Sturm, der am 5. Oktober 2017 über die Börde hinweggefegt war, fehlen hier die beiden stattlich gewachsenen Kastanienbäume. Die Stärke des Windes hatte vor der Kulisse des „Zuckerdoms“ für einen gehörigen Kahlschlag gesorgt. Nicht nur die beiden Riesen wurden vom Sturm umgerissen.

Auch das hier von Künstler Dieter Lahme 2008 aufgestellte, mannshohe „Lebenskreuz“-Kunstwerk wurde mit dem Umknicken der Bäume komplett zerstört. „Um den Garten wieder herrichten zu können, arbeiten wir gerade an einem Konzept. Geplant ist ein Nutz- und Verweilgarten für Mensch und Tier. Der ökologische Ansatz soll dabei ganz im Vordergrund stehen, so dass der Kirchgarten auch eine Heimat für verschiedene Tiere sein soll. Vor allem für Vögel, Insekten und Bienen.“

Warmes Sitzen möglich

Noch vor Ostern soll für das Gartenprojekt eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden. „Was genau von unseren Ideen dann im Gemeindegarten umgesetzt werden kann, werden wir auf jenem ersten Treffen aufzeigen“, erklärt er.

Derweil soll bereits bis Karfreitag in die ersten fünf Bankreihen der St.-Johannis-Kirche eine elektrische Sitzheizung eingebaut werden. „Neben der finanziellen Unterstützung vom Kirchenkreis Egeln machen den Einbau der 7000 Euro teuren Heiztechnik auch private Spenden möglich“, merkt der Gemeindekirchenrat dankbar an.