Groß Rodensleben l Die Umkleidekabinen des Sportvereins in Groß Rodensleben sind in die Jahre gekommen. Das Gebäude, das einst getrennt vom Sportheim errichtet wurde, ist in die Jahre gekommen und es mangelt an einem gewissen Standard. „Entstanden ist das Gebäude per Eigeninitiative durch die Mitglieder“, sagt Jürgen Wichert, der Vorsitzende des Vereins. „Seinerzeit stellte es einen gewissen Komfort dar, heute ist es absolut nicht mehr zeitgemäß, da wir auch an die Auslastungsgrenze stoßen.“

Der Komfort beschränkt sich im Augenblick auf zwei getrennte Umkleideräume für die Teams, eine Schiedsrichterkabine und gemeinsame Duschräume, die sich alle Beteiligten irgendwie teilen müssen. Die sanitären Anlagen beschränken sich auf ein Pissoir, zwei Toiletten und ein schmales Handwaschbecken. Insgesamt verströmt das den Charme der DDR-Zeit.

Toilettenklinke in die Hand

„An den Spieltagen ist in den Räumen dann allerhand los“, erzählt Schatzmeister Bernd-Dieter Krüper. Die Akteure geben sich in den Pausen die Toi­lettenklinke in die Hand und vor dem Pissoir kann schon einmal eine Schlange entstehen. „Etwas unangenehmer kann es für nicht ganz so dörflich geprägte Gemüter werden, wenn gar Mädchen Mitglieder der Teams sind“, schätzt Jürgen Wichert ein. „Das ist bei uns im Nachwuchs der Fall.“ Schon allein das Problem der Duschennutzung wird dann zu einer besonderen Angelegenheit.“

Dabei bleibt es aber nicht nur, denn oft sind mehrere Teams hintereinander auf dem Sportplatz in Groß Rodensleben aktiv. Die Kabinenanzahl reicht dann nicht mehr aus. „Eine Lösung ist dann immer einmal die Nutzung des Vereinshauses“, beschreibt der Schatzmeister. „Auf Dauer ist das aber kein Zustand.“ An warmen Tagen ziehen sich die Kicker schon einmal in Zelten oder gar im Freien um.

Aktuell hat der Verein sechs Mannschaften und auch die Kindertagesstätte nutzt den Platz zum Sporttreiben. „Wir haben vor etwa anderthalb Jahren ein zusätzliches Holzhaus, mit Unterstützung der Stadt Wanzleben, errichtet“, sagt Wichert. „Dort kommen Spielgeräte und dergleichen unter, aber eigentlich ist auch hier schon wieder alles überfüllt.“

Vereinhaus bereits saniert

Komplett saniert ist inzwischen das Vereinshaus. Dabei wurden über 40.000 Euro und nahezu unzählige Arbeitsstunden der Mitglieder investiert. „Jetzt sind die Umkleidekabinen an der Reihe“, äußert sich der Vorsitzende. „Darüber sind wir uns im Vorstand einig. Ganz wichtig ist in dem Zusammenhang auch das Einwerben von Sponsorengeldern. Die können wir eigentlich immer gebrauchen, schon wegen anderer Anschaffungen für den Sport.“

Die Groß Rodensleber haben vor kurzem das Projekt für die neuen Kabinen bei der Leader-Arbeitsgruppe eingereicht. Ausgearbeitet hat dies Jörg Ullrich vom örtlichen Planungsbüro. Es umfasst einen finanziellen Aufwand von 100.000 Euro. „Mit den vorgelegten Plänen könnten wir eine echte Entlastung erreichen“, ist sich Jürgen Wichert sicher. „Dazu kommt natürlich ein Qualitätssprung in moderne und der heutigen Zeit angemessenen Verhältnisse.“ Vorgesehen sei die Nutzung des vorhandenen Gebäudes und der Neubau von vorgelagerten Räumen. Platz dafür ist ausreichend vorhanden, das Gelände ist Gemeinde-Eigentum.

Im Erfolgsfall würde den Groß Rodenslebern gar eine 90-prozentige Förderung winken. „Das wäre natürlich riesig“, betont der Vorsitzende. „Ich muss auch deutlich unterstreichen, dass wir nach einem Mitgliederschwund jetzt wieder kräftig zugelegt haben, so in den Abteilungen Fußball., Sportfrauen, Tischtennis und Gesundheitssport.“

Der Verein hat derzeit 127 Mitglieder, Tendenz steigend. Das liegt aber auch an einer guten Zusammenarbeit mit der örtlichen Kindertagesstätte. „Hier haben wir die Sportler von morgen vor uns“, sagt Wichert. „Im nächsten Jahr wollen wir auch erstmals ein gemeinsames Sportfest abhalten und Patenschaften übernehmen.“ Neue Mitglieder seien immer gern gesehen. „Interessierte Übungsleiter und Schiedsrichter sind besonders gern gesehen“, hebt der Vorsitzende hervor. „Diese fördern wir als Verein dann auch entsprechend“, versichert er.