Sperrung der Landesstraße 24

Schleichwege rund um die Baustelle in Dreileben sind sehr beliebt

Wegen Bauarbeiten ist die Ortsdurchfahrt von Dreileben in Richtung Seehausen seit dem Montag gesperrt. Daher suchen Pkw- und Lkw-Fahrer nach Möglichkeiten, die offizielle, aber auch weiträumige Umleitung zu vermeiden. Das führt dazu, dass ein Feldweg stark frequentiert wird und die Straße am Anger zur Rennstrecke wird. Für die Dreileber gibt es jetzt eine Lösung.

Von Christian Besecke 14.07.2021, 15:49
Der Feldweg von der Kolonie in Dreileben führt aus dem Ort bis zum Knick der Landesstraße 24 in Richtung Seehausen. Hier ballern doch tatsächlich Lkw entlang, obwohl das Befahren des landwirtschaftlichen Weges verboten ist.
Der Feldweg von der Kolonie in Dreileben führt aus dem Ort bis zum Knick der Landesstraße 24 in Richtung Seehausen. Hier ballern doch tatsächlich Lkw entlang, obwohl das Befahren des landwirtschaftlichen Weges verboten ist. Fotos (4): Christian Besecke

Dreileben - Wer auch immer am Montag versucht hat, über den Anger die Baustelle am Dreileber Ortseingang zu umfahren, der ging der Polizei ins Netz und bekam ein Ticket. Das traf in erster Linie die Dreileber, die mal eben in Seehausen zu tun hatten.

So erwischte es auch Volksstimme-Leserin Jana Hoffmann aus Dreileben. Sie wollte ihr Kind zur Kindertagesstätte in den Nachbarort bringen. „So wie mir ist es einigen Müttern ergangen“, sagt sie. Für die Dreileber sei es kaum zumutbar, die offizielle Umleitung über Drackenstedt, Druxberge, Ovelgünne und dann Seehausen zu fahren, da dort etliche Kilometer zusammenkommen würden.

Daher wählten die Ortsansässigen den geheimen Schleichweg, der aber eben am Montag zunächst noch verboten war. So hagelte es Bußgelder von der Polizei. Zum Nachmittag wiederum hatte sich die Lage entscheidend geändert, denn auch der Verwaltung in Wanzleben war von vorn herein klar, dass es für die Dreileber durch die aktuelle Baumaßnahme an der Brücke in Richtung Seehausen zu extremen Härtefällen kommen würde. „Daher haben wir die entsprechenden Verkehrsschilder verhüllen lassen und eine verkehrsbehördliche Anordnung ausgesprochen“, sagt Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke. Diese besagt, dass der Weg über den Anger als Abkürzung nach Seehausen genutzt werden darf. Natürlich ist eine Beschränkung auf die Einwohner von Dreileben schlecht möglich, daher darf hier Jedermann entlang.

Angerpassage als ein legales Schlupfloch

Allerdings werde man Raser nicht tolerieren. Außerdem bietet sich die Strecke eher nur für Autos an. Lkw der hier tätigen Baufirmen passieren die eigens noch vor den beginnenden Bauarbeiten hergerichtete Straße ebenfalls. So kann es durchaus eng werden und Anwohner, die hier etwas ausladen und der mobile Pflegedienst sind hier schon verbal beleidigt worden. Das weiß Ortsbürgermeisterin Annette Fink-Drache zu berichten.

Es gibt aber noch eine weitere Abkürzung über die Kolonie. Die Benutzung ist aber eher halbillegal. Die Kolonie endet als Spielstraße vor einem Feldweg, der im Verlauf wieder auf die L 24 in Richtung Seehausen stößt. Der ist ebenfalls gut frequentiert, obwohl hier niemand langfahren darf. Die Anwohner wissen aber zu berichten, dass dort Lkw und Pkw „entlangbollern“. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Hanfried Duchstein hat das mit eigenen Augen beobachtet. „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass sich Verkehrsteilnehmer auf diese schlechte Strecke ausweichen können“, sagt er.

Die Sache hat sich bis zum Ordnungsamt herumgesprochen. „Wir werden hier in Absprache mit der Polizei Kontrollen durchführen“, sagt Kai Pluntke dazu. Anders als am Anger ist die Benutzung des Feldwegs nach wie vor nicht erlaubt. Darauf weist zwar kein Schild hin, aber das Landeswaldgesetz schon.

„Es tut mir in der Seele weh, was die Einwohner gerade erdulden müssen, aber bei uns wird intensiv gebaut und wir haben am Ende etwas davon“, sagt Annette Finke-Drache. Allerdings zieht sich das noch Jahre hin, ehe Dreileben endgültig durch ist. Erst 2025 sollte die Landesstraße in Richtung Seehausen fertig sein. Davor steht noch der Ausbau innerorts, an dem Land, Gemeinde und Trink- und Abwasserverband beteiligt sind.

Was ist aber nun mit den Dreilebern, die noch am Montag Bußgelder bekamen? „Zu dem Zeitpunkt gab es die verkehrsbehördliche Anordnung noch nicht, demnach hat die Polizei hier nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen gehandelt“, sagt Pluntke.