Wanzleben l Die Mitglieder des Stadtrates Wanzleben haben sich am Dienstag bei einer nicht öffentlichen Sitzung mit dem geplanten Breitbandausbau in der Gemeinde beschäftigt. Daran nahmen neben den Stadtratsmitgliedern, Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos), Theo Struhkamp vom Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt sowie die Vertreter des Landkreises Börde, die Breitbandexperten Petra Naumann und Holger Haupt, teil.

Um die Bemühungen zum Breitbandausbau zu konzentrieren, hat der Stadtrat die Bildung eines zeitweiligen beratenden Ausschusses „Breitband“ beschlossen. „Die Initiativen, die zum Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen wurden, sollen nochmal aktiviert werden. Darüber hinaus geht es um Fördermittel, um Fragen von Vertragsinhalten und um ein Finanzierungskonzept, dass eine Kreditgenehmigung möglich macht“, sagte am Mittwoch Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge zum Ergebnis der Beratung des Stadtrates in Seehausen.

Glasfaser ist eine Notwendigkeit

„Der Stadtrat ist unzufrieden mit dem Stand der Arbeiten, da die Bürgerinnen und Bürger eine Erwartungshaltung zum Baubeginn haben“, verdeutlichte Kluge. Bei der Sitzung hinter verschlossenen Türen sei deutlich gemacht worden, dass die Notwendigkeit eines Glasfasernetzes für die Menschen, aber vor allem auch für Betriebe aller Branchen, Mediziner und Einrichtungen in der Gemeinde vorhanden sei. Im Interesse der Zukunftsfähigkeit habe sich die Stadt engagiert und werde dies auch weiterhin tun.

„Das größte Problem ist die Wirtschaftlichkeit. Die Anzahl der Anmeldungen reicht eben nicht aus, um das Glasfasernetz wirtschaftlich betreiben zu können“, verdeutlichte Kluge. Einigkeit bestehe im Stadtrat darüber, dass der Ausbau des Netzes nicht den Stadthaushalt über Gebühr belasten dürfe. „Die Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Einrichtungen müssen vermieden werden. Wenn Eigenanteile an Fördermitteln nicht mehr aufgebracht werden können, wenn die Werterhaltung an Kindertagesstätten, Grundschulen, der Feuerwehren nicht mehr gewährleistet ist, dann ist das ein zu hoher Preis“, sagte er. Die Entwicklung müsse im Rahmen der Konzepte weitergeführt werden können.

Es bleibe jedoch bei der Zielstellung, den Glasfaseranschluss in jedem Ortsteil zu ermöglichen, und zwar flächendeckend. Dies stehe auch unter dem Aspekt der gerade viel diskutierten Lebensbedingungen im ländlichen Raum.

„Ein Baubeginn würde natürlich einen deutlichen Zuwachs an Interessenten mit sich bringen. Deshalb ergeht die Bitte an alle, die noch keine Vorverträge abgeschlossen haben, sich damit nochmals zu befassen“, sagt Kluge.