Langenweddingen l Alles lief bei Lara Keller wie am Schnürchen: Schule, ökologisches Jahr im Tierheim Schönebeck, Lehre zur Drogistin, Abschluss der Ausbildung, zwei Jahre im Job... „Aber dann habe ich gespürt, dass das nicht alles sein kann.“

Vor drei Jahren habe sie sich dann noch einmal umgeschaut, erzählt sie weiter. „Ich wollte unbedingt draußen arbeiten. Da hab ich es dann mit einem Praktikum bei der Forstwirtschaft probiert. Aber irgendwie hat das auch nicht gepasst. Ich wollte was Handfestes, in Vollzeit, mit geregelten Arbeitszeiten, draußen und mit Menschen“, sagt sie.

Platz sechs auf Bundesebene

Bei einer Azubi-Messe hat sie sich an einem Stand über den Job des Schornsteinfegers informiert, und dann ging es Schlag auf Schlag: Bewerbung beim Schornsteinfegerbetrieb „Nicky Braun“ in Langenweddingen, Praktikum, Übernahme, Anfang der Lehre – und dieses Jahr schloss sie als Jahrgangsbeste von Sachsen-Anhalt die Ausbildung ab. In Berlin gab es noch einmal einen Wettkampf auf Bundesebene. „Das war wie eine zweite Gesellenprüfung; mit Theorie, Praxis und mündlicher Prüfung“, erinnert sie sich. Hier kam sie auf Rang sechs.

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Am Anfang sei es schon schwer gewesen, auf die Dächer rauf zu krabbeln, aber das habe sie schnell drauf gehabt. „Fit musst du schon sein, das gehört bei diesem Beruf dazu. Sonst ist das nichts für dich.“ Bis heute habe sie alles gemeistert, was an Aufgaben in diesem Job auf sie zu kam. Alle Freundinnen hätten ihr damals, als sie ihre zweite Ausbildung anfing, gratuliert. Die hätten das alle schön gefunden. „Die sahen mich alle im Handwerk. Da würde ich besser hin passen.“

Gefragt nach den Aufträgen unterteilt die junge Schornsteinfegerin das in zwei Kategorien. Zu den Hauptaufgaben gehören die Heizungsüberprüfungen. „Wir sind der TÜV. Wir führen in allen Häusern die Brandschutzkontrollen durch. Wir stellen sicher, dass keine Gefahr durch austretendes Kohlenmonoxid entsteht.“ Zwei weitere Hauptaufgaben seien natürlich das klassische Schornsteinfegen mit der Kehreinlage sowie die Lüftungsüberprüfung in Küchen und Badezimmern ohne Fenster. Zu den klassischen Nebenaufgaben zählt für sie die Reinigung von Kachelöfen und Ölkaminen sowie zweitens die Kernlochbohrungen. „Ein Service von uns ist der gesamte Komplex der Rauchwarnmeldung“, sagt sie, „hier beraten wir, installieren auf Wunsch das ausgesuchte Gerät und warten es auch.“

Noch in diesem Jahr plant die 24-Jährige den Beginn mit der Meisterschule: „Dann arbeite ich zwei bis zweieinhalb Jahre als Geselle – und dann werde ich mal sehen...“