Hohendodeleber Grundschule bemüht sich immer wieder um Ausnahmegenehmigung

Schulentwicklungsplan des Landes schiebt Diskussion um Schließung neu an

Von Sabrina Trieger

Ab 2016 müssen zwei von fünf Schulen in der Stadt Wanzleben - Börde geschlossen werden. So lautete eine Auflage der Kommunalaufsicht für die Haushaltskonsolidierung. Schlechte Chancen haben Schulen, die weniger als die erforderlichen 60 Schüler haben. In Hohendodeleben ist das derzeit der Fall.

Wanzleben l Laut Haushaltskonsolidierungskonzept sollen innerhalb der Stadt Wanzleben - Börde ab 2016 zwei von fünf Grundschulen geschlossen werden. Zum Thema Schulschließungen hatte Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke) bei der jüngsten Stadtratssitzung angemerkt, dass das Land über Lehrermangel klage. Auch das würde in der Konsequenz dazu führen, dass kleinere Schulen geschlossen werden müssten.

"Uns stehen noch schlimme Entscheidungen bevor"

"Das ging aus einem jüngst veröffentlichten Volksstimme-Interview mit Kultusminister Stephan Dorgerloh hervor. Wir im Stadtrat machen es uns mit der Entscheidung, an der Schulstandortfrage Einsparungen vorzunehmen, so schwer. Die Räte würden die Schulen gern erhalten wollen. Die Kommunalaufsicht hatte uns vorgeschlagen, die Schließung von zwei Schulen als Bestandteil mit in unser Konsolidierungskonzept aufzunehmen. Und jetzt kommt das Land mit ganz anderen Problemen um die Ecke. Finanziell sind wir am Ende. Uns stehen deshalb noch schlimme Entscheidungen bevor", erklärte Hort.

Auf ihre Aussage meldete sich SPD-Stadträtin Silke Schindler als Mitglied des Landtages öffentlich zu Wort: "Ich fand den von Petra Hort formulierten Kontext so nicht ganz richtig, dass seitens des Landes Schulen geschlossen werden. Denn es sind zwei Aspekte, die parallel laufen. Zum einen gibt es einen Schulentwicklungsplan. Die Schülerzahlen sinken immer weiter, davor können wir nicht die Augen verschließen. Die Grundschule Hohendodeleben kommt beispielsweise nicht auf die vom Land geforderten 60 Schüler und muss deshalb immer wieder eine Ausnahmeregelung erhalten."

Zur Haushaltssituation der Einheitsgemeinde sei seitens der Kommunalaufsicht bereits 2011 die Frage aufgekommen, ob es notwendig sei, dass die Stadt fünf Grundschulen haben müsse, merkte die Abgeordnete an.

"Nun befinden wir uns in der Konsolidierung. Wir brauchen Lösungen zum Sparen, damit der Stadthaushalt entlastet wird, um an anderer Stelle Luft zu haben. Die Intention sollte sein, was kann langfristig gesichert werden?" Diese Frage werde ihrer Meinung nach noch durch das Investitionsprogramm Stark III beschleunigt. Das Angebot von Fördermitteln bezeichnete Schindler als ,goldene Zügel".

"Zu einer Schulschließung ist die Gemeinde nicht gezwungen. Das Land drängt uns nicht dazu. In der Frage zu den Grundschul- standorten greift der von uns auf- erlegte Sparzwang und nicht der des Landes, wie es die Bürgermeisterin formuliert hat: ,Und weil das Land sparen will, müssen wir Schulen schließen\'. Das sind unsere Entscheidungen vor Ort, wie wir mit unseren Schulen umgehen, das sind unsere Überlegungen. Wir Stadträte könnten diesbezüglich das Haushaltskonsolidierungskonzept umwerfen und an den fünf Standorten festhalten. Zum Beispiel könnten wir die Schuleinzugsbereiche neu überdenken, so dass die Schülerzahlen auf die fünf Standorte so ver- und aufgeteilt werden, dass es für alle reicht", so Schindler.

Das Land, so sagte die Abgeordnete, werde gegenüber der Kommune nicht sagen, die und die Schule muss geschlossen werden. Es habe seitens der Regierung nur Vorgaben zu der 60-Schüler-Mindestgrenze für Kleinstschulen gegeben. Aktuell habe die Einheitsgemeinde noch Schülerzahlen für fünf Einrichtungen, sagte sie.

"Entscheidung ist noch nicht getroffen"

"Die Prognosen zur Schülerzahl-Entwicklung macht die Entscheidung so schwer. Aber je länger wir die hinausziehen, desto schwieriger wird die perspektivische Planung beispielsweise für Sanierungsmaßnahmen." Die SPD-Fraktion des Wanzleber Stadtrates habe laut Schindler zur Fragestellung um die Schulstandorte allerdings noch keinen Entschluss gefasst. "Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen worden", sagte sie.