Wanzleben l Die nahezu herbstlichen Temperaturen in den letzten Wochen haben dazu geführt, dass die Schwimmbäder in Wanzleben und Klein Wanzleben an einigen Tagen geschlossen blieben (Volksstimme berichtete). Darüber waren einige potenzielle Badegäste wenig amüsiert und brachten ihren Unmut zum Ausdruck – und das vornehmlich bei Verantwortlichen der jeweiligen Fördervereine.

Ute Kanngießer vom Förderverein des Spaßbades in Wanzleben hatte daraufhin eine bessere Informationspolitik durch die Stadt angemahnt, denn die Schließtage wurden lediglich auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht. Nicht jeder Schwimmgast hatte dort nachgeschaut und sich so im Vorfeld informiert.

Kritik aus Klein Wanzleben

Zugleich äußerte Ute Kanngießer aber auch Verständnis für die Verfahrensweise der Stadt, denn in Wanzleben wird das Wasser auf 24 Grad erwärmt. Unnötige Kosten, wenn keine Besucher kommen, seien zu vermeiden. Generell gilt nach wie vor: Wenn die Umgebungstemperatur keine 22 Grad erreicht, bleiben die Pforten der Bäder geschlossen.

Auch Horst Flügel, vom Förderverein in Klein Wanzleben, berichtet über ähnliche Erfahrungen mit den Schließzeiten. „Wir haben die selbe Verfahrensweise bei uns erlebt“, sagt er gegenüber der Volksstimme. „Die Badegäste standen am zurückliegenden Mittwoch bei über 25 Grad vor der Tür und kehrten missgelaunt wieder um. So verwundert es wohl kaum, dass viele unseren Bädern den Rücken kehren, obwohl die Stadt jeden Euro gebrauchen kann.“ Die Verwaltung solle seiner Meinung nach den Schwimmmeistern die Entscheidung selbst überlassen. „Diese können dann flexibel entscheiden, wann sie – entsprechend der Satzung – das Bad öffnen. Dazu braucht man keine Verwaltung, die vom Schreibtisch über eine Öffnung der Bäder entscheidet und wenig später vielleicht eine Anweisung widerruft. Hier werden die Interessen der Bevölkerung einfach ignoriert.“

Unnötige Kosten vermeiden

Bauamtsleiter Olaf Küpper, von der Verwaltung der Stadt Wanzleben, äußert sich im Gespräch mit der Volksstimme zu der Diskussion. „Erst einmal muss man klar feststellen, dass in den zurückliegenden, besonders kühlen Tagen tatsächlich wenig Besucher in die Bäder gekommen sind“, sagt er. „Um hier unnötige Kosten zu vermeiden, waren dann auch die Pforten in Wanzleben und Klein Wanzleben geschlossen.“ Zur Anwendung dieser Maßnahme sei die Verwaltung nach Rücksprache mit den jeweiligen Bademeistern vor Ort gekommen.

„Allerdings wird auch niemand darum gebeten, das Schwimmbad zu verlassen, sollten Badegäste anwesend sein und die vorausgesetzten Außentemperaturen unterschritten werden,“ stellt Küpper klar. „In der Ferienzeit sind die Bäder immer von zehn Uhr an geöffnet.“

Kompromiss: Neue Kontrollzeit

Es sei doch eher so gewesen, dass bis zum Zeitpunkt der Feststellung der jeweiligen Temperaturen durch die Bademeister kaum oder gar keine Besucher eingetroffen waren. Daher sei für die weiteren kühlen Tage auch die Schließung angeordnet worden. „Kontrolliert wurden die Bedingungen vor Ort bislang von den Mitarbeitern immer täglich um 13 Uhr“, erläutert der Bauamtsleiter. „Dabei werden die Außentemperaturen im Schatten gemessen.“ Als Beispiel benennt er die Temperaturen vom Donnerstag, die bei 18 Grad im Wasser und draußen 19 Grad lagen. „Wenn dann kein Badegast anwesend ist, wäre die logische Schlussfolgerung eine Schließung für den Tag“, sagt Küpper.

Ihm sei auch bekannt, dass einige Besucher dann am Nachmittag vor verschlossener Tür gestanden haben. „Wir haben uns daher entschlossen, die Temperaturen jetzt täglich etwas später überprüfen zu lassen“, versichert er. „So erfolgt die Kontrolle immer um 15 Uhr.“ Somit könnten dann die Bademeister auch flexibler entscheiden und auf die tatsächlichen Erfordernisse eingehen. „Im Klartext heißt das, sind um diese Zeit Gäste anwesend, wird auch nicht geschlossen“, betont der Amtsleiter. „Damit wollen wir als Stadt potenziellen Besuchern mehr entgegenkommen.“

Erwärmung zu erwarten

Für die kommenden Tage sei zudem eine deutliche Erwärmung der Außentemperaturen zu erwarten. „Dann stellen sich diese Fragen sowieso nicht und wir hoffen auf eine bessere Auslastung“, schließt Olaf Küpper seine Ausführungen.