Altenweddingen l Bei der Eröffnung der Sitzung des Ortschaftsrats von Altenweddingen freute sich Ortsbürgermeister Friedrich Rabe (Die Linke) am Montagabend im Ferdinand-Döbbel-Haus über die zahlreichen Gäste. Wegen des großen Andrangs musste der Sitzungsraum getauscht werden. Das Büro des Bürgermeisters war zu klein.

Beratung über den Jugendclub

Das Gespräch über die Zukunft des örtlichen Jugendclubs prägte die Beratungen des Ortschaftsrats an diesem Abend. Nach Angaben von Ortsbürgermeister Rabe haben der Kreis und die Gemeinde entsprechende Mittel in den Haushalt eingestellt. Jetzt müsse auch ein Weg für die konkrete Jugendarbeit gefunden werden.

„Mit Andrea Oelker und Sabina-Rabia Muhammad haben wir hier in Altenweddingen zwei Frauen gefunden, die sich darum kümmern wollen“, erklärte er. Die beiden jungen Frauen saßen denn auch gleich bei der Sitzung des Rats als Gast mit am Tisch.

„Frau Oelker und Frau Muhammad wollen die Jugendarbeit hier bei uns in Altenweddingen wieder mit Leben füllen. Beide haben sich schon im Sozialausschuss vorgestellt“, erklärte Rabe. Ihr Angebot müsse nun nur noch in eine passende Form gegossen werden, der Träger fehle noch. Rabe: „Ich hatte Angst vor dem Totlaufen der Gespräche rund um die Jugendarbeit. Nun aber ist der Druck größer, einen Anlauf zu finden.“

Jugendarbeit soll gestärkt werden

Auchd der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner (SPD), will angesichts des Angebots der Frauen, erneut versuchen, die Jugendarbeit voran zu bringen. Er werde in Kürze mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Wanzleben sprechen. Als Bürgermeister der Gemeinde sei es nun seine Aufgabe zu versuchen, dieses Angebot auf das gesamte Sülzetal auszudehnen.

Frau Oelker erklärte denn auch dem Ortschaftsrat, dass sie bereits einen Termin bei der Verwaltung in Osterweddingen in Aussicht habe, um hier vorzusprechen. „Die Jugendarbeit in Altenweddingen ist uns beiden eine echte Herzensangelegenheit. Vielleicht können wir das ja im Rahmen eine Freiwilligen Sozialen Jahres, einem FSJ, machen.“

Mit einer kurzen Bewertung schloss Rabe diesen Punkt dann ab: „Das alles ist ein hoffnungsvoller Ansatz. Die Jugendarbeit im Jugendclub kann eine Keimzelle für die Zusammenarbeit mit den Vereinen sein. Hier kann ein Pool für Kontakte entstehen.“

Fragen zu Grundstücksverkauf

Aber auch schon gleich bei der ersten Einwohnerfragestunde ging es bei der Ratssitzung zur Sache.

Ingolf Reek wollte Details in puncto Verkauf von kommunalen Grundstücken erfahren. In den Protokollen im Archiv habe er gelesen, dass dies im Jahr 2016 23 und 2017 18 gewesen seien. Daraufhin habe er sich schlau gemacht und erfahren, das solche Verkäufe nur zum vollen Verkehrswert und nur zur Erfüllung der Aufgaben geschehen dürfen. Er habe Zweifel, ob bei allen 41 Grundstücken alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, um den höchstmöglichen Preis zu erzielen.

Bürgermeister Rabe betonte angesichts dieser Recherchen, dass „immer darauf geachtet wurde, dass ein realistischer Preis erzielt wird, um einen größtmöglichen Gewinn zu erzielen“. Letztlich lägen jedoch alle Finanzfragen in der Hoheit der Gemeinde. „Grundsätzlich war ich immer gegen den Verkauf gemeindeeigener Grundstücke“, so Rabe weiter, „die Gemeinde aber hat da den Ortschaftsrat von Altenweddingen immer wieder überstimmt." Diese Darstellung bestätigte dann auch noch einmal Ratsmitglied Klaus-Dieter Schiergott (SPD).

Gemeinde habe Ortsrat überstimmt

Für Reek war es letztendlich wichtig, zu wissen, dass der Ortschaftsrat zu diesem Punkt immer wieder seine Ansicht verdeutlicht. „Meine Aussagen zielten auf die Zukunft ab. Der Ortschaftsrat sollte auch künftig darauf achten, hier immer Position zu beziehen.“