Seehausen l Regenwasser konnte sich im Sommer in Folge eines Baufehlers durch das stellenweise geöffnete Dach der Seehäuser Turnhalle bis unter den Hallenfußboden über die Fläche des Objektes verteilen. Viele Einwohner befürchten jetzt, dass es langfristig zu einer Schimmelbildung kommt und eine Nutzung der Halle ohne gesundheitliche Risiken unmöglich sein wird. Die Halle steht normalerweise für die Kinder der Kita und der Grundschule sowie für die Seehäuser Sportvereine zur Verfügung.

Ob der Hallenfußboden der Seehäuser Turnalle ersetzt werden muss, konnte das von der Stadt Wanzleben-Börde in Auftrag gegebene Gutachten bisher nicht beantworten, schlichtweg, weil die Frage nicht gestellt wurde. Der Gutachter stimmte einer temporären Nutzung zu. Darauf will sich der Seehäuser Sportverein jedoch keinesfalls einlassen.Weiter kritisch betrachten die Ortschaftsratsmitglieder auch, dass im Gutachten eine Restfeuchte in einer Wand festgestellt wurde, die „zeitnah einer technischen Trocknung zu unterziehen ist.“ Demnach sei das Ziel der 15 000 Euro teueren Trocknung der Sporthalle nicht erreicht worden, gibt Bauamtsleiter Olaf Küpper zu. Außerdem wurde im Gutachten empfohlen, die Löcher im Hallenfußboden als Revisionsöffnungen zu schließen, so dass sie für weitere Nachprüfungen jederzeit geöffnet werden können und demnach nicht dauerhaft versiegelt werden. Dies betreffe jedoch nur den Seitenbereich, der nicht für sportliche Aktivitäten genutzt wird, so Küpper.

Thema erneut diskutiert

Während der Seehäuser Ortschaftsratssitzung wurde das Thema erneut heftig diskutiert. „Der SV Seehausen möchte eine sanierte Halle haben und drängt nicht auf eine kurzfristige Nutzung“, stellte Rene Cuneus als Vorsitzender des Sportvereins klar. Martin Heine betonte: „Wir brauchen eine hundertprozentige Zusicherung, dass der Boden langfristig nutzbar ist, dass der Untergrund trocken ist und die Löcher, die für die Trocknung gebohrt wurden, so versiegelt werden, dass keine Stolperfallen entstehen.“ Küpper sicherte zu, die Frage nach einer Prognose zur langfristigen Nutzung nachträglich an den Gutachter zu stellen. Auf die Nachfragen des Bauamtsleiters lag bis gestern Mittag noch keine Antwort vor. „Wenn Spätfolgen nicht sicher ausgeschlossen werden können, soll die Erneuerung des Hallenbodens erfolgen“, heißt es nun aber klar aus der Stadtverwaltung.

Unklar hingegen bleibt, wie die Erneuerung des Hallenfußbodens bezahlt werden soll. Ein Rechtsstreit um Schadensersatz kann sich über Jahre hinziehen. Die einbehaltenen Zahlungen an die verantwortliche Baufirma reicht dafür nicht aus. Für einen neuen Hallenfußboden rechnet die Stadt mit einer Summe von 75 000 bis 100 000 Euro. „Der Bürgermeister wird keine Maßnahmen in anderen Ortschaften streichen oder verschieben“, teilte Olaf Küpper mit. Derzeit werde geprüft, ob im Rahmen der Stadtsanierung ein Vorhaben getauscht werden oder Mittel aus den Sanierungsbeträgen zum Einsatz kommen könnten, so der Bauamtsleiter weiter. Eine entgültige Aussage solle nach Rücksprache mit dem Gutachter sowie nach weiteren Prüfungen erfolgen. Geplant seien Luftmessungen auf Schimmelsporen, ebenso die Einschätzung eines Bauphysikers.

Eine Schimmelbildung habe entsprechend dem aktuellen Gutachten zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattgefunden. Jörg Weisel gibt jedoch zu bedenken, dass während einer temporären Nutzung durch das Heizen der Halle erst die optimalen Temperaturen zur Ausbreitung des Schimmels geschaffen würden. Jedenfalls dann, wenn wegen des unebenen Untergrunds unter dem Fußboden noch Wasser in Senken steht und dementsprechend genügend Luftfeuchteigkeitherrscht. „Ich gehe davon aus, dass der Boden raus muss. Jetzt geht es aber darum die Finanzierung zu klären“, sagte Ortsbürgermeister Eckhardt Jockisch. Eine entgültige Entscheidung seitens der Stadt bleibt weiter abzuwarten.