Oschersleber Kinderkrippe mit Tradition feiert mit Tag der offenen Tür großen Geburtstag

Steppkes flaxen und krümeln seit 60 Jahren

Von Sebastian Pötzsch

Im Oktober 1953 öffneten sich hier die Tore für Knirpse aus Oschersleben das erste Mal. Nun feierte die Kinderkrippe "Flax und Krümel" ihren 60. Geburtstag.

Oschersleben l Nachdem am Dienstag zum Tag der offenen Tür bereits zahlreiche Gäste begrüßt werden konnten, ging die Sause gestern weiter. So führten zwei- und dreijährige Jungen und Mädchen vor geladenen Geburtstagsgästen ein eigens für diesen Tag eingeübtes Programm auf. Anschließend ging es für alle Anwesenden nach draußen. Unter leuchtenden Kinderaugen und nach oben gerichteten Blicken ließen die Knirpse insgesamt 60 Luftballons in den Himmel steigen - einen für jedes Jahr des Krippenbestehens.

Der Oschersleber Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) hatte zuvor den Erzieherinnen sowie der Volkssolidarität als dem Träger der Krippe gratuliert, "zu dem bisher hier Geleisteten und zu dieser hochmodernen Einrichtung." Dem schloss sich die Geschäftsführerin des Kinder-, Jugend- und Familienwerks der Volkssolidarität Sachsen-Anhalt, Cornelia Kurowski, an: "Das ist schon etwas ganz Besonderes, dass 60 Jahre lang solch eine Einrichtung erhalten bleibt. Es gibt nur noch ganz wenige Krippen im Land mit diesem Alleinstellungsmerkmal", sagte Kurowski und meinte die Betreuung ausschließlich von Kindern bis zum dritten Lebensjahr. Das Gebäude selbst sei von Jahr zu Jahr jünger geworden. "Flax und Krümel" sei mittlerweile eine der modernsten Krippen weit und breit. "Damit kann die Stadt auf eine Vorzeigeeinrichtung verweisen", betonte die Geschäftsführerin.

"Als 1963 die Kinderkrippe als städtische und übrigens damals einzige Einrichtung in Oschersleben eröffnete, wurden hier 25 bis 30 Kinder betreut", weiß die Leiterin Bärbel Beuke. Wenige Jahre später ging die Verantwortung an den Landkreis über, bis 1990 die Stadt Oschersleben wieder das Zepter übernahm. "Sieben Jahre später hieß der neue Träger Volkssolidarität", erzählte Beuke weiter. Sie selbst habe bereits 1966 hier ihre Lehre begonnen und sei trotz einer Unterbrechung von mehreren Jahren die Dienstälteste in der Einrichtung. "Was wir hier geschaffen haben, ist ohne Team einfach nicht möglich", sagte die Leiterin und fügte hinzu: "Alle sind füreinander da. Deshalb gilt mein Dank den Kollegen, Sponsoren sowie den Eltern für die jahrelange tolle Unterstützung."

Bereits am Vortag hatten zahlreiche Gäste beim Tag der offenen Tür für eine volle Einrichtung gesorgt. Nicht nur für Kinder gab es ein abwechslungsreiches Programm. "Auch Eltern und Ehemalige kamen nicht zu kurz", sagte Beuke. So haben ein Jongleur, ein Glücksrad, eine Hüpfeburg sowie einige Tiere aus dem Wiesenpark für viel Unterhaltung bei Jung und Alt gesorgt.