Seehausen l Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch (Freie Wähler) steht an der Einmündung der Rathenau-Straße in die Ringstraße seiner Heimatstadt. Auf der Ringstraße, die im Zuge der Landstraße 24 durch Seehausen-Börde verläuft, rollt der Verkehr flüssig auf den neuen Kreisverkehr zu, der Ende Dezember am Stadtausgang in Richtung Oschersleben/Schermcke in Betrieb genommen wurde. Kurz vor dem Kreisel, dort wo die Rathenau-Straße die Ringstraße quert, sind die Kraftfahrer besonders gefordert, den Überblick zu behalten. Wegen der engen Bebauung mit Wohnhäusern, der Kurven und dem Gefälle in der Ringstraße in Richtung Kreisverkehr, ist das nicht immer einfach.

Überqueren ist gefährlich

„Wer die Ringstraße überqueren will, um weiter auf der Rathenau-Straße in Richtung Stadt zu fahren, hat an dieser Ecke oftmals schlechte Karten“, sagt Jockisch. Ein Stopp-Schild fordert die Autofahrer in der Rathenau-Straße auf zu halten, um dann die Ringstraße zu queren. Was mitunter bei dem starken Verkehr auf der Ortsdurchfahrt im Zuge der Landstraße 24 nicht einfach und mitunter gefährlich sei, wie der Ortsbürgermeister feststellen musste. „Die Gefahr, dass es hier zu Verkehrsunfällen kommt, ist besonders groß“, befürchtet Jockisch. Bislang sei dies noch nicht passiert, jedoch sei es nach Ansicht des Kommunalpolitikers nur eine Frage der Zeit, bis es hier knalle.

Spiegel regelt nicht den Verkehr

Um die Situation zu entschärfen und die Gefahrenquelle an dieser Ecke in Seehausen zu beseitigen, machte Jockisch bei der Bauabnahme vor der Inbetriebnahme des Kreisverkehrs vor Mitarbeitern der Stadtverwaltung Wanzleben-Börde, des Landesbaubetriebes Sachsen-Anhalt und des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Börde die Forderung auf, dort einen Verkehrsspiegel aufzustellen. „Dieser Verkehrsspiegel würde es den Verkehrsteilnehmern leichter machen, von der Rathenau-Straße kommend, die Ringstraße sicherer zu überqueren“, war sich Jockisch sicher. Die Aussage eines Vertreters des kreislichen Straßenverkehrsamtes, die Jockisch mit den Worten „ein Spiegel regelt nicht den Verkehr“ gegenüber der Volksstimme zitierte, brachte den Ortsbürgermeister auf die Palme und veranlasste ihn, das Thema weiter hartnäckig zu verfolgen.

Antrag muss gestellt werden

„Da muss Herr Jockisch bei der verkehrsbehördlichen Abnahme etwas falsch verstanden haben“, sagte Jürgen Till, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Börde, auf eine Anfrage der Volksstimme. Zwar habe es vom Ortsbürgermeister die Frage nach dem Aufstellen eines Verkehrsspiegels bei dem Termin im Dezember gegeben. Jedoch habe es definitiv keine Ablehnung gegeben, diesen Verkehrsspiegel später aufzustellen. „Die Sache ist noch nicht abschließend bearbeitet“, verdeutlichte Till. Wie er weiter sagte, müsse das Ordnungsamt der Stadt Wanzleben beim Straßenverkehrsamt des Kreises den Antrag stellen, an der Einmündung der Rathenau-Straße in die Ringstraße einen Verkehrsspiegel aufzustellen. Liege dieser Antrag vor, werde sein Amt darüber entscheiden. Seiner Ansicht nach seien die Chancen nicht aussichtslos, an der besagten Einmündung in Seehausen das Aufstellen eines Verkehrsspielgels zu genehmigen. „Wann und wo, steht aber noch nicht fest. Das müssen wir dann mit der Stadt Wanzleben abstimmen“, sagte Till. Jedoch müsse das Ordnungsamt der Stadt dazu einen Antrag stellen. Das sei bislang nicht passiert.

Tipps vom Verkehrsexperten

Jedoch handele es sich nach den Worten des Verkehrsexperten Jürgen Till bei einem Spiegel nicht um ein Verkehrszeichen. Für deren Anschaffung und Unterhalt sei der Baulastträger der Straße, in diesem Fall das Land, da es sich um eine Landesstraße handele, verantwortlich. Bei Verkehrsspiegeln wie im Fall Seehausen sei das die Kommune. Also die Stadt Wanzleben-Börde. Sie sei für Anschaffung und Unterhalt des Verkehrsspiegels, der womöglich an der Ringstraße in Seehausen aufgestellt werde, zuständig.

Geld für einen Verkehrsspiegel?

„Jetzt bei der vorläufigen Haushaltsführung ist es schwer möglich, einen Verkehrsspiegel für Seehausen zu bezahlen“, sagte am Mittwoch Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos). Sollte es jedoch die Verkehrssicherheit erfordern und der Landkreis Börde den Antrag der Stadt genehmigen, müsse die Ausgabe realisiert werden, versicherte der Rathauschef. Wie er jedoch eingestehen musste, sei der Antrag des Ordnungsamtes aus dem Wanzleber Rathaus in Richtung Landratsamt noch nicht gestellt worden. Was aber demnächst passieren werde.