Sülldorf l Das lässt sich der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner (SPD), nicht zweimal sagen. Als es darum geht, den neuen Briefkasten der Talhexe an deren Häuschen im Herzen von Sülldorf zu montieren, kommt er sofort vorbei und packt mit an.

„Dieses kleine Häuschen, hier in der Dorfmitte, bedeutet für Sülldorf ganz viel. Im Rathaus in Osterweddingen bekam ich einen Brief aus dem Kindergarten Sülldorf“, berichtet Methner, als er mit dem Akkuschrauber auf dem Boden kniet und den Briefkasten anschraubt. In ihrem Brief hätten sich die Kinder beschwert, dass ihre Hexe keinen Briefkasten hat. „Da war es für mich direkt klar, dass ich meinen Beitrag dazu leiste, dass der hier hin kommt und meinen Obolus zahle. „Den Kindern bedeutet das hier ganz viel.“

Vor der Briefkastenmontage verteilt die Talhexe Kekse an ihre Gäste aus dem Kindergarten. Dabei flüstert ihr die 6-jährige Luisa ins Ohr, dass sie ihr „schon ein Bild gemalt hat. Darauf sind unser Haus und mein Hund. Das kann ich Dir nun ja schicken“.

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Lautstark beschwert sich der 3-jährige Pepe bei der Talhexe, dass nun alles ganz weiß sei, wegen der Kälte. „Das ist richtig so. Es ist Winter. Da müssen die Temperaturen runtergehen. Schließlich wird es ja demnächst auch Weihnachten“, erklärte sie ihm daraufhin.

Für Mateo (3) ist die „Talhexe einfach nur lieb. Es ist gut, dass sie ihr Haus hier hat, und wir jetzt einen Briefkasten hier haben“.

Dicht gedrängt schauen die Kinder aus dem Sülldorfer Kindergarten nach dieser süßen Stärkung ihrem Bürgermeister über die Schulter, damit er bei der Montage auf jeden Fall auch alles richtig macht.

„Wir sind mit allen Kindern da, die heute im Kindergarten gekommen sind. Alle wollten sie dabei sein, wenn die Talhexe ihren Briefkasten bekommt. Wir haben einen ganz engen Bezug zu unserer Talhexe. Die Kinder wollen sich aus diesem Grund auch immer wieder an ihre Hexe wenden“, erzählt die Leiterin des Sülldorfer Kindergartens, Kathrin Preiß.

Als das Betreuerteam zusammen mit den Mädchen und Jungen das Hexenhäuschen vor Kurzem geschmückt hat, stellten sie alle mit Erstaunen fest, dass der Briefkasten am Hexenhäuschen noch fehlt.

Erzieherin Preiß: „Da die Kinder immer wieder Bilder für die Hexe malen und auch Briefe an sie schreiben, wussten sie nie, wo sie die rein schmeißen sollen.“

Die Sülldorfer Talhexe Angela Isensee freut sich, dass nun alle Kinder – und auch die Erwachsenen – genau sehen können, wo sie ihre Post an die Talhexe einschmeißen müssen. „Mich erreicht so viel Post von den Kindern. Nun können sie ihre Briefe an mich schön da rein schmeißen. So kommen die Briefe alle da hinein, wo sie auch hingehören. Ich beantworte sie alle. Das ist versprochen.“

Nun könne nichts mehr verloren gehen. „Kein Kind wird künftig enttäuscht sein, weil es keine Antwort von ihr bekommen habe“, sagt die Talhexe Isensee zu.

„Ich habe mich in der Vergangenheit immer wieder bei verschiedenen Aktionen rund um das Häuschen hier beteiligt. Als ich gefragt wurde, ob ich beim Hexenhausbriefkasten mit dabei bin, habe ich natürlich gleich Ja gesagt. Diesen hier habe ich mit meinem Wintermotiv bemalt, und am Briefschlitz hat er Zähne. Ist ja schließlich der Briefkasten einer Hexe“, erklärt Meike Dombrowsky, Künstlerin aus Sülldorf, die beim Arbeitseinsatz am Hexenhäuschen mit anpackte.

Insgesamt gebe es vier Hexenhausbriefkästen, für jede Jahreszeit einen. Die anderen werde sie noch entsprechend gestalten – wie, das verrät sie noch nicht.

Künslerin Dombrowsky: „Diese drei, kleinen Geheimnisse werden erst bei der jeweiligen Installation hier am Hexenhäuschen gelüftet.“