Wanzleben/Hohendodeleben/Schleibnitz l Der Ordnungsamtsleiter der Stadt Wanzleben, Kai Pluntke, schätzt die Zusammenarbeit mit dem Verein „Bündnis für Tiere“ aus Magdeburg als gut ein. „Wir unterstützen die Sache auch finanziell“, sagt er gegenüber der Volksstimme. „In erster Linie sehen wir hier den Nutzen, um einer eventuellen unkontrollierten Vermehrung vorzubeugen.“ In Sachsen-Anhalt gibt es kein entsprechendes Gesetz, daher begrüße es die Verwaltung, wenn ein Verein sich um die Tiere kümmert und entsprechende Ärzte mit ins Boot holt.

„Die Regelungen in unserer Gefahrenabwehrverordnung ermöglichen dies“, führt Pluntke aus. „Das Füttern von wildlebenden Tauben und wildlebenden Katzen ist Privatpersonen verboten.“ Anders verhalte sich dies bei entsprechender fachlicher Aufsicht, wie in diesem Fall. „So haben wir die Futterstellen für Katzen seit Jahren in Wanzleben erlaubt. Im letzten Jahr auch in Hohendodeleben und auch die zweite Futterstelle in Wanzleben ist nach unserer Vermittlung genehmigt worden“, sagt der Leiter.

51 Katzen eingefangen

Das bestätigt auch die Vorsitzende des Vereins, Mirjam Karl-Sy. „Immer wieder kommt es vor, dass uns besorgte Menschen um Hilfe bitten, da sie vor ihrer Haustür ein Katzenproblem haben“, informiert sie. Das „Bündnis für Tiere“sei ein Verein mit überregionalem Wirkungskreis und kümmert sich seit mehr als zehn Jahren auch um das Katzenproblem in einigen Gemeinden im Bördekreis. Dadurch sei es gelungen, auch dort die Katzenpopulation durch Kastration und Vermittlung einzudämmen. Gute Kontakte bestehen zu den Tierschutzvereinen Satuelle und Wolmirstedt.

In Wanzleben betreiben die Vereinsmitglieder seit 2009 eine geschützte Futterstelle. 2012 wurden dort die letzten drei Jungtiere geboren. Das Muttertier war aus einer nahegelegenen Gartenanlage zugewandert. Die Jungtiere konnten schnell vermittelt werden, das Alttier wurde kastriert und weiter betreut. „Allein im Zeitraum von Mitte Dezember 2018 bis Anfang April 2019 haben unsere Mitglieder in Wanzleben, Hohendodeleben und Schleibnitz 51 Katzen eingefangen und kastrieren lassen“, berichtet die Vorsitzende. „Einen Teil der Tierarztkosten hat das Ordnungsamt übernommen. Die Wohnungsbaugesellschaft Wanzleben hat uns einen Zuschuss in Aussicht gestellt.“

Für den Tierschutzverein wären diese Kosten in einem kurzen Zeitraum nicht auf einen Schlag zu stemmen. Mit der Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht würden nicht mehr so viele Tiere in den Heimen und Auffangstationen landen und mittelfristig die Tierschutzvereine und die Kommunen finanziell entlasten.