Wanzleben l „Mit den Bauarbeiten im Rathaus sind wir jetzt erst einmal durch“, sagt Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge erleichtert und spielt damit auf die jahrelange Baustellen-Odyssee hoch oben unterm Rathausdach an. Mit der Turmsanierung 2012 hatte die kostspielige Baustellen-“Kettenreaktion“ angefangen. Denn ein Holzschutzgutachten nach dem anderen verhieß für das Denkmal nichts Gutes.

Das Archiv zog bereits 2014 aus. „Weil nachweislich Hausschwamm festgestellt worden war“, weiß Ines Darius vom Bauamt. „Bevor wir jedoch im Obergeschoss und im Trauzimmer überhaupt anfangen konnten zu bauen, musste hier im Prinzip jedes Stück Holz untersucht und geprüft werden.“

Eine Baustelle folgte der anderen

Aufgrund der starken Hausschwamm- und Nässeschäden und statischer Probleme musste zunächst die komplette Kuppeldecke im Trauzimmer abgerissen werden. „Der Planer hatte uns auch aus Kostengründen von einer Rekonstruktion der Kuppel abgeraten“, merkt die Bauamtsmitarbeiterin an. Mit der Sanierung des Trauzimmers konnte im September 2016 begonnen werden. Die Bauabnahme gab es jüngst im Dezember. Das Zimmer ist jetzt ein wahres Schmuckstück. „Ich finde, dass es richtig schick geworden ist“, sagt der Bürgermeister, der selbst seit zwölf Jahren verheiratet ist.

Bilder

Während der Bauarbeiten kam hier sogar wieder ein Wandbild aus dem Jahre 1920 zum Vorschein. Jahrezehntelang war es von der Holzvertäfelung und einem Wandschrank verdeckt worden. Die Wände erstrahlen nun in einem warmen Rotton, an der neuen Decke sorgen goldene Lampen für stimmungsvolles Licht.

Zimmer wird zum Schmuckstück

Auch die Vertäfelung ist behandelt und veredelt worden. „Was noch fehlt ist eine Kunstleihgabe. Das Bild wollen wir höchstwahrscheinlich zusammen mit dem Künstler zum Tag der offenen Tür einweihen“, kündigt Kluge an. Einen genauen Termin für eine öffentliche Besichtigung gebe es aber noch nicht.

Erst im Januar hatten die Standesbeamten endlich zurück in ihre Büroräume ziehen können. „Seither hat es schon eine Eheschließung in unserem frisch sanierten Trauzimmer gegeben“, erzählt Standesbeamter Christian Filly. Insgesamt haben sich in der Stadt und dem doch noch recht jungen Hochzeitsjahr insgesamt schon sieben Paare das Eheversprechen gegeben.

Tag der offenen Tür geplant

Das neugestaltete Hochzeitszimmer bietet 24 Gästen sowie dem Brautpaar Platz, der Rathauskeller, der über einen barrierefreien Zugang verfügt, hat 50 Plätze.

In die Obergeschoss-Deckensanierung und Entkernung wurden bis dato rund 537.200 Euro investiert. „Für das Projekt haben wir eine 100prozentige Förderung erhalten“, berichtet Ines Darius vom zuständigen Amt. „Weil auf der Etage, in den Räumen des früheren Archivs, Decken drohten einzustürzen, mussten wir noch einmal Fördermittel in Höhe von 200.000 Euro für die Gewölbe- und Schwammsanierung, sowie Fußböden, Fenster und Malerarbeiten beantragen.“

Entstanden sind neue Gewölbedecken. „Der Fensterbereich wurde jeweils mit speziellen Schwamm-Mitteln, als chemische Barriere, behandelt.“ Und so konnten in den historischen Gemäuern vier Büroräume und ein Sitzungsraum neben dem neuen Trauzimmer saniert werden.