Wanzleben l Eine Frau ist in Wanzleben (Landkreis Börde) auf Trickbetrüger reingefallen. Einem Polizeisprecher zufolge hatte die 66-Jährige abends gegen 22 Uhr einen Anruf erhalten, bei dem sich ein angeblicher Beamter aus dem Landeskriminalamt Berlin bei ihr meldete. Die Frau wurde zunächst stutzig, weil auf ihrem Telefondisplay keine Nummer sichtbar war und beendete das Gespräch.

"Leider dauerte der völlig berechtigte Argwohn nicht lange an", erläuterte der Polizeisprecher. Denn der vermeintliche Kriminalbeamte rief ein weiteres Mal an, diesmal erschien eine Telefonnummer mit Berliner Vorwahl. Nun wurde der Wanzleberin, die an der Walther-Rathenau-Straße wohnt, der Grund des Anrufes mitgeteilt: Rumänische Täter, so sagte die Stimme am Telefon, hätten das Konto der Frau angegriffen. Sie würden auch mit Bankangestellten zusammenarbeiten, weshalb die Frau sich diesen gegenüber auf keinen Fall äußern solle. Um zu prüfen, ob sich das Falschgeld auf dem Konto der 66-Jährigen befinde, müsse diese den Beamten kurzzeitig 20.000 Euro bereitstellen. Das Ganze geschehe auf Anweisung der Staatsanwaltschaft.

Auf Schweigepflicht hingewiesen

Die Frau wurde daraufhin in regelmäßigen Abständen von verschiedenen "Beamten" angerufen und immer wieder auf die Schweigepflicht hingewiesen, damit die angebliche Aktion nicht in Gefahr gerate. In der Tat hob die Betroffene daraufhin mehrere Tausend Euro ab und hielt das Geld für die vermeintliche Prüfung bereit. Der falsche LKA-Beamte erschien schließlich in ihrer Wohnung, ohne sich auszuweisen. Die Frau übergab ihm das gesamte Geld. Der angebliche Polizist teilte ihr mit, die Summe bald zurückzubringen, da die Überprüfung nicht lange dauere. Der Mann, der zwischen 25 und 28 Jahre alt ist, erschien allerdings nicht mehr bei der Frau.

Die Polizei weist im Zusammenhang mit dem Betrugsfall die Bürger noch einmal daraufhin, grundsätzlich keine Unbekannten in Haus oder Wohnung zu lassen. "Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis", sagt ein Polizeisprecher. Beim geringsten Zweifel sollten Betroffene die örtliche Polizei oder vertraute Personen anrufen. "Die Polizei oder – wie in vorliegender Sache - die Staatsanwaltschaft wird Sie niemals um Geldabhebungen bitten", teilt das Polizeirevier Börde mit. Am Telefon sollten keine Details zu finanziellen Verhältnissen verraten werden, Betroffene sollten sich schon gar nicht unter Druck setzen lassen, sondern einfach auflegen. Vor allem sollten Bürger niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.