Wanzleben/Bernburg l Wanzleber Feuerwehrleute sind bei einer Ausbildungseinheit in der Bernburger Brandsimulationsanlage „BOS 112“ sprichwörtlich durchs Feuer gegangen. Die Kameraden, die über die Befähigung zum Tragen von Atemschutzgeräten verfügen, übten in der Anlage im benachbarten Salzlandkreis den Ernstfall. 36 Angehörige der Wanzleber Ortsfeuerwehren nahmen daran teil. Die Stadt Wanzleben-Börde hat sich die Ausbildung etwa 4500 Euro kosten lassen.

„Wir haben die Anlage für zwei Tage für unsere Ausbildung gemietet“, sagte Burkhard Wegner, Stadtwehrleiter in Wanzleben. Ziel der Ausbildung war es, dass sich die Feuerwehrleute an die Hitze gewöhnten, die bei einem Brand herrschen könne. Das würden nach Auskunft von Wegner bis zu 500 Grad Celsius sein, die bei einem Wohnungsbrand auf die Retter einwirkten. Da derartige Brände in der Praxis eher selten auftreten, sollten sie bei dieser Übungseinheit möglichst nahe an der Realität nachgestellt werden.

Übung nahe an der Praxis

Dazu setzten sich die Feuerwehrleute mit voll angelegter Schutzausrüstung in einen ausgedienten Überseecontainer. Das Bedienpersonal von „BOS 112“ entfachte am Ende des Containers mit Holz ein Feuer, so dass die Hitze direkt auf die Atemschutzgeräteträger einwirkte. Dann simulierten die Bediener einen sogenannten Flashover. Das ist die Phase bei einem Brand, die den schlagartigen Übergang eines Feuers von der Entstehungsphase hin zur Vollbrandphase bezeichnet. Dieser Vorgang ereignet sich rasend schnell und tritt zumeist bei Wohnungsbränden auf. Dabei wirkten auf die Wanzleber Feuerwehrleute Temperaturen von bis zu 500 Grad und eine starke Rauchentwicklung ein. Körperlich ziemlich geschafft, aber um wertvolle Erfahrungen bereichert, verließen die Kameraden unbeschadet den Brandcontainer.

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Das war aber noch nicht alles, was die Wanzleber Feuerwehrleute bei dieser Ausbildung zu leisten hatten. Sie mussten ebenfalls unter voll angelegter Schutzausrüstung und Atemschutzmasken einen verrauchten Hindernisparcours bewältigen. „Auch diese Aufgabe war nahe an der Praxis“, sagte Wegner.

Der Wanzleber Stadtwehrleiter zog eine positive Bilanz der Ausbildung in der Bernburger Anlage. Durch das Spüren der Hitze seien die Feuerwehrleute nun besser auf die körperlichen und mentalen Belastungen vorbereitet, die sie bei echten Einsätzen erwarten würden.