Osterweddingen l Die Gemeinde Sülzetal hat eine Befragung unter den Kindern und Jugendlichen aus der Gemeinde durchgeführt. Ziel war es, deren Erwartungen kennen zu lernen und somit besser einschätzen zu können, wie man deren Hoffnungen eher gerecht werden kann. In einer ersten Runde wurden kürzlich in Osterweddingen die Ergebnisse in puncto Freizeitgestaltung, Einrichtungen und Jugendrat zusammengetragen und analysiert.

„Von rund 500 angeschriebenen Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 aus dem Sülzetal sind 121 Antworten eingegangen. Fast ein Viertel. Ich bin positiv überrascht. Mit so vielen Antworten habe ich nicht gerechnet“, urteilt der Vorsitzende des Sozialausschusses in der Gemeinde Sülzetal, Marco Falkenberg, „es wurden nicht nur Kreuze gemacht, es wurden auch konkrete Vorschläge unterbreitet. Ich bin begeistert.“

Treffs ohne Betreuung gewünscht

Bei den Fragen zur Freizeitgestaltung kristallisierte sich heraus, dass die Kinder und Jugendlichen eher Treffpunkte ohne Betreuung bevorzugen und Veranstaltungen vermissen. Informationen über Angebote wünschen sie sich im Internet via Facebook und Instagram oder durch Flyer holen. Auch Vorschläge gab es hierzu sofort. Als Stichwort fiel hier der „Tag der offenen Turnhalle“ und eine Disco beispielsweise in Sülldorf. Bei allen Aktionen sollten die Vereine einbezogen werden.

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Bei den Erwartungen bezogen auf die Einrichtungen wurde klar, dass die Kinder und Jugendlichen richtige Jugendtreffs vermissen. Ein Parcours als sportliche Herausforderung wäre schön, hieß es. Genannt wurden hierbei auch die Arbeitsgemeinschaften an der Gemeinschaftsschule in Langenweddingen, sofort kamen dann Ideen für weitere auf, wie beispielsweise Kampfsport.

„Die Jugendarbeit sollte sich nach den Wünschen der Jugendlichen richten. Wir sollten nicht mehr über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hinweg entscheiden. Wir sollten sie vielmehr mit einbeziehen. Dies soll über Arbeitsgemeinschaften auf Orts- und Gemeindeebene erfolgen. Laut Umfrage sind die Jugendlichen an einer Mitarbeit in einer Arbeitsgemeinschaft ,Jugendrat‘ interessiert“, schlussfolgert Falkenberg aus den Ergebnissen.

Jugend will mitreden können

In Sachen Jugendrat zeigte die Befragung, dass sich die Jugendlichen solch ein Gremium als ihre Interessensvertretung sehr gut vorstellen können. Pro Ort solle es einen Rat geben, wovon jeweils ein Mitglied in den Jugendrat auf Gemeindeebene entsendet wird. „Diese Gremien sollen nach der Vorstellung der Kinder und Jugendlichen der Schnittpunkt zwischen ihnen und den Ortschaftsräten sowie dem Gemeinderat sein“, erklärt Falkenberg.

Zusammenfassend wurde klar, dass erste Veranstaltungen bereits in Planung sind, Fördermittel angefordert werden sollen und der Landkreis angesprochen werden sollte, ob es einen Personalzuschuss geben kann.

Für die Zukunft wünscht sich Falkenberg, dass „nach der Bildung der Arbeitsgemeinschaft ,Jugendortschaftsrat/Jugendgemeinderat‘ die Jugendlichen bei Entscheidungen, die sie betreffen, mit einbezogen werden. Sie sollen frische Ideen einbringen und an den Projekten mitarbeiten. Die Arbeitsgemeinschaften könnten als Schnittpunkt dabei dienen“.

Workshops sind empfehlenswert

Mit Blick auf seine Kollegen in den Ortschaftsräten empfiehlt Falkenberg zu „überlegen, wo die Kinder und Jugendlichen einen Platz finden können, sich ohne Erwachsene zu treffen, laut Musik zu hören und sich zu unterhalten. Wenn es so ein Platz gibt, wäre über die Anschaffung eines Unterstandes und Sitzmöglichkeiten nachzudenken“.

Eine tägliche Betreuung durch einen Erwachsenen an solch einem Ort sei mehrheitlich nicht gewünscht. Workshops seien empfehlenswert. „Die Angebote der Vereine müssen besser für die Kinder und Jugendlichen auf deren Kanälen bekannt gemacht werden“, erläutert Falkenberg weiter, „den meisten ist noch nicht einmal bekannt, welche Vereine es überhaupt gibt und welche Angebote sie vorhalten. Hier sind auch Überlegungen gekommen, dass die Vereine Arbeitsgemeinschaften in der Gemeinschaftsschule anbieten könnten.“ Ein Ansprechpartner für alle weiteren Aktionen könne die Abteilung Soziales in der Gemeinde sein.